Zentrenbildung – eindrücke — Information, Geschichte, Kultur https://eindruecke.achmnt.eu von Dr. Andreas C. Hofmann Sun, 20 Mar 2022 21:23:44 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.6.2 https://eindruecke.achmnt.eu/wp-content/uploads/2020/05/cropped-einsichten-titel1-2-32x32.jpg Zentrenbildung – eindrücke — Information, Geschichte, Kultur https://eindruecke.achmnt.eu 32 32 208800265 Über den eigenen Tellerrand hinausblicken. Zur Neuformierung der Geschichtswissenschaft am Beispiel der LMU München https://eindruecke.achmnt.eu/2010/11/846/ Sat, 20 Nov 2010 19:47:47 +0000 http://einblicke.andreashofmann.eu/?p=846 Read more…]]> Hochschulpolitisch interessierte Kreise dürften des Wortes schon überdrüssig sein: Zentrum heißt das Zauberwort, welches seit einigen Jahren an der LMU München in aller Munde ist. Waren Zentren vor einigen Jahren noch fakultätslosen Zünften wie der Lehrerbildung und den Senioren (http://www.mzl.uni-muenchen.de / http://www.seniorenstudium.uni-muenchen.de) oder – aus geisteswissenschaftlicher Sicht – Orchideenfächern wie den Nanowissenschaften (http://www.cens.de) vorbehalten, so ist nun auch die Geschichtswissenschaft vom Zentrenfieber erfasst. Gewiß! Ausschlaggebend war wohl die Ansage der Hochschulleitung der LMU München, Einsparpotentiale zu benennen, welche dann eben durch Neugründungen eben solcher Zentren wieder an die Fakultäten zurückgegeben werden.

Aber was ist überhaupt ein Zentrum im LMU´schen Sinne? Da in Zentren interdisziplinäre, fakultätsübergreifende  Ressourcen – als zweite Ebene neben den Departments – gebündelt sind, stellen sie eine Art und Weise dar, die Universität horizontal zu untergliedern (zu den verschiedenen Varianten, in welche die LMU München im Laufe ihrer Geschichte gegliedert war vgl. Andreas C. Hofmann: Warum die LMU München (keine) 20 Fakultäten hat. Zur Ausdifferenzierung des Wissens an der Ludovico-Maximilianea im Spiegel der Geschichte ihrer Fakultäten, in: aventinus. Studentische Publikationsplattform Geschichte [29.05.2010], http://www.aventinus-online.de/no_cache/persistent/artikel/7838). Zentren an welchen Historiker beteiligt sind gibt es an der LMU das Münchner Zentrum für antike Welten (http://www.mzaw.uni-muenchen.de), das Zentrum für Mittelalter- und Rennaisancestudien (http://www.zmr.uni-muenchen.de), das Zentrum für Osteuropastudien, das Zentrum für Wissenschaftsgeschichte „TransFormationen des Wissens“ sowie das universitätsübergreifende Münchner Zentrum für Wissenschafts- und Technikgeschichte (http://www.mzwtg.mwn.de) sowie das vom BMBF geförderte Kompetenznetz Institutionen und institutioneller Wandel im Postsozialismus (http://www.kompost.uni-muenchen.de).

Ihnen allen ist die interdisziplinäre Verentzung mit anderen Fächern und in den Fällen der meisten Zentren auch anderen Universitäten und Forschungseinrichtungen gemeinsam. Nachdem die Gründung von Departments zu Ende des alten Jahrhunderts bereits den – teils kleinkarierten – Wildwuchs an Instituten und Seminaren eindämmte, forcierendie Zentrensgründungen eine fachübergreifende Koordination der einzelnen Forschungseinheiten. Einsames Dahinleben im Elfenbeinturm – wenn es früher überhaupt derart gewesen sein sollte – ist somit nicht mehr möglich. Die Geschichtswissenschaft wird genötigt, sich mit anderen Disziplinen zu arrangieren. Seien es nahe Fächer wie die Kunst- oder Kulturwissenschaften oder eher fernere Kollegen wie die Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler: Der Mehrwert für die Forschung ist keinesfalls zu verkennen – der Mehrwert für die Lehre muss sich – abgesehen von Promotionsprogrammen – erst noch herausstellen.

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Wissenschaftsgeschichte an der LMU https://eindruecke.achmnt.eu/2010/05/61/ Fri, 14 May 2010 18:05:00 +0000 http://blog.historicum.net/?p=61 Read more…]]> Zu Zeiten des sogenannten Stoiber-Einzugs war es um die Wissenschaftsgeschichte an der LMU München schlecht bestellt. Die C3 Professur (vormals C4 Prof. Laetitia Boehm) fiel bereits der ersten Einsparwelle zum Opfer, als auch der Lehrstuhl für Geschichte der Naturwissenschaften von Prof. Menso Folkerts als Verfügungsmasse gehandelt wurde. Es schien, als würde sich der Standort München mit seinem Münchener Zentrum für Wissenschaftsgeschichte aus LMU, TU, UniBw und Deutschem Museum sukzessive von dieser Teildisziplin trennen.

Etwa ein halbes Jahrzehnt später sind die Karten neu gemischt. Die von der Staatsregierung 2004 eingesetzte Mittelstraß-Kommission empfahl ausdrücklich die Beibehaltung der Wissenschaftsgeschichte in München und der 50/40/10 Strategieprozess an der LMU brachte sogar ein zusätzliches interdiszipinäres Zentrum „TransFormationen des Wissens“ hervor. In diesem 50/40/10 Prozess wurde es den Fakultäten abverlangt 10% ihrer Stellen der Hochschulleitung als Verfügungsmasse zu benennen. Im Rahmen eines Wettbewerbs zwischen den Fakultäten wurden diese Stellen diesen zur Finanzierung interdisziplinärer Zentren zurückzugeben. So fällt die Ausschreibung der W3-Professur für Wissenschaftsgeschichte (http://www.uni-muenchen.de/aktuelles/stellenangebote/profs/w3_wissgeschichte.html) in einen Zeitraum, in welchem die LMU München Stellenbewerbern einiges zu bieten hat. Auch wenn das fach Geschichte von dem mittlerweile abgeschlossenen Strategieprozess profitierte und es seine fachliche Breite wird halten können, bleibt zu hoffen, dass dies nicht auf Kosten kleiner anderer Fächer geschehen muss.

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