Stadtarchiv Köln – eindrücke — Information, Geschichte, Kultur https://eindruecke.achmnt.eu von Dr. Andreas C. Hofmann Wed, 22 Apr 2020 12:52:24 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.6.2 https://eindruecke.achmnt.eu/wp-content/uploads/2020/05/cropped-einsichten-titel1-2-32x32.jpg Stadtarchiv Köln – eindrücke — Information, Geschichte, Kultur https://eindruecke.achmnt.eu 32 32 208800265 Archivreport extra: Stadtarchiv Köln – Planungsstopp des Neubaus https://eindruecke.achmnt.eu/2013/04/4139/ Fri, 19 Apr 2013 11:35:06 +0000 http://www.einsichten-online.de/?p=4139 Read more…]]> Es ist skandalös, dass wichtige Politiker im Kölner Stadtrat damit beginnen, Bedeutung und Folgen des Archiveinsturzes vom 3. März 2009 zu missachten. Neuerdings wird der Wiederaufbau des Historischen Archivs der Stadt Köln in der geplanten Form in Frage gestellt, Sogar der Standort des Neubaus wird in Frage gestellt. Warum soll ein neuer Standort gefunden werden? Der Standort ist ideal. Eines der wertvollsten Gebäude der Stadt wird in den inneren Grüngürtel aufgenommen. Dort besteht übrigens auch die Möglichkeit einer Erweiterung. Diese Möglichkeit besteht nicht, wenn das neue Archiv in eine Häuserzeile integriert wird, weshalb eine Erweiterung am Waidmarkt ja auch nicht möglich war. Warum soll also ein neuer Standort gefunden werden?
Mit dieser Diskussion sendet die Stadt ein verheerendes Signal an alle, die sich um die Wiederherstellung des Archivs bemüht haben und weiterhin bemühen. Kölns Bild ist schon geschädigt, nun droht die nächste Blamage.

Was vor knapp zwei Jahren – als der Neubauentwurf in einem Wettbewerb gekürt wurde – noch vollmundig erklärt wurde, soll nun nicht mehr gelten: Der Neubau sei ein wichtiger Schritt zur „Wiedergutmachung“, hieß es noch im Juni 2011, und Oberbürgermeister Jürgen Roters sagte damals: „Die Stadt Köln hat es sich zum Ziel gesetzt, das sicherste und modernste Archiv Europas zu errichten. Diesen Anspruch haben wir an die Architekten gestellt, und ich bin zuversichtlich, dass wir dies jetzt auch erreichen werden.“ Nun plädieren Sprecher der Stadtratsfraktionen, die auch in der Wettbewerbsjury vertreten waren, für „mehr Sachlichkeit“ und wollen „die kostspielige Planung eines Bürgerarchivs hinterfragen“, wie in den Kölner Medien berichtet wird. Dieser Ruf nach mehr „Sachlichkeit“ ist eine Zumutung für alle, diejenigen, die bald nach dem Einsturz ehrenamtlich oder auf dem Wege der Amtshilfe die ersten Maßnahmen der Archivgutbergung mit unterstützt haben. Er ist ein Schlag ins Gesicht aller, die dem Kölner Archivgut seither, meist ohne Kosten zu berechnen Asyl, gewährt haben und noch oft genug bis an die Grenze der Belastungsfähigkeit Asyl gewähren. Vertrauen ist verloren gegangen und kann nur durch überzeugende Handlungen wieder gewonnen werden.

Wir appellieren nun an die Mitglieder des Stadtrates, die Bedeutung der Wiederherstellung des Stadtarchivs als Bürgerarchiv dauerhaft anzuerkennen und den verhängten Planungsstopp zurückzunehmen. Das viel beschworene Kölner „Stadtgedächtnis“, ein europaweit bedeutendes Kulturgut, wird noch lange unter dem Einsturz zu leiden haben; die Restaurierung der Objekte wird noch Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Noch ist ungesichert, wie diese Arbeiten finanziert werden können. In dieser Situation wäre ein Rückzug des Stadtrates verheerend. Den Neubau des Stadtarchivs – einschließlich der städtischen Kunst- und Museumsbibliothek und des Rheinischen Bildarchivs – zügig fertig zustellen ist das absolute Minimum. Begründung: Denn eine neue Planung, ein neuer Entwurf oder sogar ein neuer Standort müssen erst einmal finanziert werden. Und selbst wenn sich eine abgespeckte Lösung finden ließe: Eine neue Planung würde mit großer Sicherheit dafür sorgen, dass der angepeilte Eröffnungstermin Ende 2017 nicht zu halten sein wird. Das wiederum verursacht zusätzliche Kosten für die Lagerung der 23 Regalkilometer Archivgut, das momentan in 14 Asylarchiven untergebracht ist. Die Verträge mit den Asylarchiven enden spätestens 2016, danach würde eine Lagerung nach aktuellen Schätzungen des Stadtarchivs bis zu sechs Millionen Euro jährlich kosten. […]

Text von https://www.openpetition.de/petition/online/fuer-die-aufhebung-des-planungsstopps-fuer-den-neubau-des-historischen-archivs-der-stadt-koeln; Lizenz: CC BY-NC-SA 3.0

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Archivreport extra: Stadtarchiv Köln https://eindruecke.achmnt.eu/2012/01/2306/ Mon, 09 Jan 2012 16:32:38 +0000 http://www.einsichten-online.de/?p=2306 Read more…]]> http://de.wikipedia.org/wiki/Historisches_Archiv_der_Stadt_K%C3%B6ln

Seit Jahresbeginn sind erste Archivalien aus dem 2009 zerstörtem Stadtarchiv Köln (http://www.stadt-koeln.de/1/presseservice/mitteilungen/2011/06517) für die Fachöffentlichkeit wieder zugänglich. Diese Extra-Ausgabe des Archivreports gibt einen Überblick über die gegenwärtigen Nutzungsmöglichkeiten. Dies sind zum einen der – nur vor Ort nutzbare – Digitale Lesesaal sowie der neu eröffnete Lesesaal im Restaurierungs- und Digitalisierungszentrum (RDZ) sowie zum anderen im Internet verfügbare digitale Bestandsangebote.

Als zentrale Anlaufstelle bietet der Digitale Lesesaal komfortable Recherchemöglichkeiten in sämtlichen Findmitteln des Archivs. Zusätzlich können alle bereits sicherungsverfilmten und digitalisierten Bestände – meist aus der Zeit vor 1815 – eingesehen werden. Warum die digtalisierten Bestände offensichtlich nicht im Sinne des Open-Access einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können, ist indes nicht ersichtlich. Die Zäsur des Einsturzes hätte hier im Sinne einer archivpolitischen Neuausrichtung genutzt werden können. Bereits restaurierte Archivalien sind in einem Lesesaal des RDZ einsehbar, wobei die Gesamt-Restaurationsdauer für die geretteten Bestände (etwa 95% des vormaligen Gesamtbestandes) auf etwa 30 Jahre geschätzt wird.

Gänzlich anders ausgerichtet ist das Digitale Historische Archiv der Stadt Köln (DHAK). Basierend auf der Technik und angeboten von dem kunsthistorischen Open-Access Angebot „prometheus – Das verteilte digitale Bildarchiv für Forschung & Lehre e.V.“ sind Nutzer dazu aufgerufen, im Privatbesitz befindliche Kopien von Archivalien digital bereitzustellen, um durch den Einsturz oder die Restauration bedingte Lücken zu schließen. Auf diese Weise des ›social archiving‹ konnten bislang über 260.000 Einträge der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Da von einem Einzug Neuer Medien in der Archivlandschaft bislang nur eingeschränkt gesprochen werden kann, könnte das DHAK Vorbild für eine Open-Acess-Strategie im Archivwesen sein.

Weiterführende Links:
http://historischesarchivkoeln.de/de
http://www.stadt-koeln.de/historisches-archiv
http://archiv.twoday.net › Kommunalarchive

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