06. Erinnerungen / sliusica memoria – eindrücke — Information, Geschichte, Kultur https://eindruecke.achmnt.eu von Dr. Andreas C. Hofmann Tue, 23 Jul 2024 21:23:16 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.6.2 https://eindruecke.achmnt.eu/wp-content/uploads/2020/05/cropped-einsichten-titel1-2-32x32.jpg 06. Erinnerungen / sliusica memoria – eindrücke — Information, Geschichte, Kultur https://eindruecke.achmnt.eu 32 32 208800265 #schleissheim Der Edeka-Kramerladen in Altschleißheim (bis 1990er Jahre) https://eindruecke.achmnt.eu/2022/07/15936/ Tue, 05 Jul 2022 21:10:46 +0000 https://eindruecke.achmnt.eu/?p=15936 Read more…]]> sliusica memoria Nr. 8 [05.07.2022]

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Bis in die 1990er Jahre gab es in der Föhrenstraße 4 einen Kramerladen, an dessen Stelle heute ein naturheilkundliches Zentrum ist. Wenn ich mich nicht täusche, war es ein kleiner Edeka-Laden, der von zwei älteren Damen geführt wurde. Als mein Vater mich immer zu den Berglschützen fuhr, wies er mich immer auf diesen kleinen Laden hin. Solche Läden hätten ihn an seine Kindheit erinnert und es würde sie immer seltener geben.

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#schleissheim Oberschleißheimer Volksfestgeschichten (1980er / 1990er Jahre) https://eindruecke.achmnt.eu/2022/03/15559/ Sun, 13 Mar 2022 23:25:22 +0000 https://eindruecke.achmnt.eu/?p=15559 Read more…]]> sliusica memoria Nr. 6 [13.03.2022]

Als ich drei Jahre alt war, zogen meine Eltern zogen im Sommer 1983 mit mir nach Oberschleißheim in die Staatsbedienstetenwohnungen in der Theodor-Heuss-Str. Seitdem war für mich das Oberschleißheimer Volksfest einer der Höhepunkte eines Jahres.

Meine erste Erinnerung dürfte aus dem Jahr 1984 oder 1985 sein und hat einen traurigen Hintergrund. Ich weiß noch, dass ich aus dem Fenster den Volksfestumzug beobachtete, als kurze Zeit später auf dem Pausenhof der Grundschule in der Parksiedlung ein Rettungshelikopter landete. Meine Eltern erzählten mir Jahre später, dass beim Einzug der Vereine ein Mitglied der Blaskapelle einen Herzinfarkt erlitten habe und leider im Krankenhaus verstorben sei.

Zu dieser Zeit ging es auf dem Volksfest auch deutlich rauer zu. Ich habe mich als kleiner Junge am Rande der Schaustellerbuden umgesehen und erinnere mich, dass etwas – es war vermutlich ein Bierkrug – über meinen Kopf flog. Unversehens bin ich zwischen die Fronten einer Volksfestschlägerei geraten. Da der Bierkrug mich nicht traf, sondern über mich hinwegflog, dürfte ich noch im Kindergartenalter gewesen sein, das Ereignis trug sich folglich 1986 oder 1987 zu.

In den frühen 1990er Jahren war das Highlight des Volksfestes der jedes Jahr am Mittwoch auftretende Pony Express. Zu Country-Musik trafen sich im Bierzelt Jung und Alt, hohe Tiere und normale Bürger und tanzten auf den Bänken und Tischen. Da das Bierzelt mehr als nur gut gefüllt war, musste man bereits früh einen Platz freihalten. Damals nahm man auch das für 23 Uhr vorgeschriebene Ende nicht so genau, weshalb der Pony Express schon einmal bis ein Uhr nachts spielte.

Seit den 1990er Jahren nahm ich – meist mit dem Kleingartenverein – am Einzug der Vereine teil. Die Route hat sich bis heute nicht geändert.* An der Spitze war damals noch ein Pferdegespann der Brauerei, wobei die „Pferdeäpfel“ so manchem Teilnehmer zum Verhängnis wurden. Die Blaskapelle marschierte spielend in das Bierzelt ein und nahm für die Eröffnung auf der Bühne platz. Bis letztlich ‚ozapft woa‘ wurde auch noch kein Bier ausgeschenkt.

Zur Jahrtausendwende hatte das Volksfest an Charm verloren. Die Brauereigäule waren nicht mehr Teil des Umzuges, die Blaskapelle eröffnete nicht mehr musikalisch und Bier gab es schon, wenn die Vereine noch nicht eingezogen waren geschweige denn das Gemeindeoberhaupt ‚ozapft hod‘. 2002 trat die Band ‚Der Schuh des Manitu‘ auf. Ob der an diesem Abend entstandene Tinnitus nur aus Lärm resultierte oder der auf einem Holzpferd auf der Bühne galoppierende Frontmann der Band dazu beitrug, vermag ich bis heute nicht zu beurteilen. Das auf dem Volksfest gebotene Programm hat sich danach allerdings wieder deutlich verbessert.

Das Volksfest ist bis heute ein Teil der Kultur unseres Ortes geblieben. Den ausrichtenden Vereinen FC Phoenix und RSV Oberschleißheim gebührt ein großes Dankeschön dafür, dass sie diesen Beitrag für die Gemeinschaft unseres Ortes leisten. Damit dies so bleibt seien diese Erinnerungen auch der Aufruf an alle Oberschleißheimer, die Gemütlichkeit nicht nur in der Ferne zu suchen, sondern an diesen paar Tagen im Jahr das Oberschleißheimer Gemeinschaftsgefühl zu stärken uns unsere Volksfestkultur zu feiern.

* Hofkurat-Diehl-Straße, Mittenheimer-Straße, Professor-Otto-Hupp-Straße, Fohlengarten, Stutenanger, Theodor-Heuss-Straße

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#schleissheim Als in Oberschleißheim noch ein Postzug hielt (späte 1980er Jahre) https://eindruecke.achmnt.eu/2021/11/15103/ Sat, 06 Nov 2021 19:09:52 +0000 https://eindruecke.achmnt.eu/?p=15103 Read more…]]> sliusica memoria Nr. 5 [06.11.2021]

Bereits im jungen Alter begeisterte ich mich für die Eisenbahn – sowohl im Modell, aber vor allem in der Realität. Es dürfte während meiner Grundschulzeit in den späten 1980er Jahren gewesen sein, als mein Vater mit mir gelegentlich zum S-Bahnhof ging, um den Postzug zu beobachten. Dieser kam immer Mittwoch abends und hielt auf Gleis 2 in Höhe des Bahnhofskiosks. Welche Lokomotive und welche Wagons genau den Postzug bildeten, weiß ich nicht mehr. Ich habe aber noch bildlich vor Augen, wie die Fracht des Postzuges auf dem Bahnsteig ausgeladen wurde. 

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#schleissheim Der ›»Alte« Grieche‹ im Alten Bahnhof (späte 1980er Jahre) https://eindruecke.achmnt.eu/2020/06/13945/ Wed, 24 Jun 2020 22:07:42 +0000 https://eindruecke.achmnt.eu/?p=13945 Read more…]]> sliusica memoria Nr. 4 [24.06.2020]

In den späten 1980er Jahren gingen meine Eltern mit mir immer zum ›»Alten« Griechen‹. Wir nannten ihn so, weil er im Alten Bahnhof war und auch der Wirt einen etwas gesetzteren Eindruck machte. Ob unser ›»Alter« Grieche‹ letztlich wirklich das ältere griechische Restaurant am Ort war als der von uns damals ›»Neuer« Grieche‹ genannte Poseidon, weiß ich letztlich gar nicht mehr.

Die Wirtschaft befand sich in dem südlichen Anbau zum Alten Bahnhof. Der Eingang war von der Seite des ehemaligen Bahnsteiges erreichbar in der Ecke zwischen Anbau und Hauptgebäude. Man ging in einen kleinen Gang und dann rechts in den Gästeraum. In meinen Erinnerungen gleicht der Alte Grieche nach meinen heutigen Maßstäben eher einer etwas verrauchten Kneipe als einem Restaurant. Da mein Vater einer Eisenbahnerfamilie entstammte und ich mich selbst sehr für die Bahn interessierte, war Griechisch-Essengehen im Alten Bahnhof aber zweifelsfrei ein Highlight. Zu den Zeugnisterminen meiner ersten Grundschulklassen gingen wir immer dort hin und dass muss somit 1987, 1988 und vielleicht noch 1989 gewesen sein. 

Der Wirt Heraklit bediente uns sehr zuvorkommend. Wir aßen unser Gyros und blickten interessiert auf die Bahnstrecke. Da das Restaurant sich in einem ehemaligen Bahnhof befand, konnte es durchaus auch einmal lauter im Gebäude werden. Dann wechselte die Wirtschaft nach Unterschleißheim. Wir nahmen uns immer vor, ihn dort zu besuchen, haben es letztlich aber nicht geschafft.

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#schleissheim Das Postamt an der Schönleutnerstraße (1990er Jahre) https://eindruecke.achmnt.eu/2019/11/10500/ Fri, 29 Nov 2019 22:52:19 +0000 http://www.aussichten-online.net/?p=10500 Read more…]]> sliusica memoria Nr. 3 [29.11.2019]

In den 1990er Jahren sind wir als Jugendliche oft zum Postamt an der Schönleutnerstraße gegangen. Zum einen, um Pakete und Briefe aufzugeben. Die Philatelisten unter uns kauften allerdings auch Briefmarken ein. Zum Postschalter musste man nach Betreten des Postamtes die erste oder zweite Türe rechts nehmen. Man blickte dann Richtung Süden direkt auf drei Schalter, die durch eine Glaswand abgetrennt waren, wovon der linke eigentlich nie besetzt war. Westlich von der Eingangstüre, also beim Betreten gleich rechts von der Türe, waren in einer Art Bilderrahmen die jeweils erhältlichen Postwertzeichen ausgehängt. Dort konnte man auch Kuverts und Formulare beschriften. Richtung Alten Bahnhof gab es ferner noch ein Fenster. Die Schalterbeamten gaben die Briefmarken freundlich aus und stempelten uns diese auch auf Kuverts ab. Der Schalterraum war eher schlicht gehalten, zu erinnern glaube ich mich an einen grauen PVC-Boden mit großen Noppen.

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#schleissheim Asbestalarm in der Grundschule an der Parksiedlung (ca. 1990) »ᴇʀɪɴɴᴇʀᴜɴɢᴇɴ https://eindruecke.achmnt.eu/2018/03/9147/ Thu, 15 Mar 2018 22:38:41 +0000 http://www.aussichten-online.net/?p=9147 Read more…]]> sliusica memoria Nr. 2 [15.03.2018]

Ich war gerade in der 3. Klasse der Grundschule an der Parksiedlung in Oberschleißheim. Mein Klassenzimmer befand sich damals im neuen „blauen“ Schulgebäude. Eines Tages hieß es, dass wir das Klassenzimmer nicht mehr betreten dürften. Es hätten Messungen stattgefunden und es sei ein schädlicher, mir damals noch nicht bekannter Stoff „Asbest“ festgestellt worden. Wir durften keine Turnkleidung, keine Bücher und keine Hefte mehr aus dem Raum holen. Einen Tag später durften wir das gesamte Schulhaus nicht mehr betreten, da es ‚asbestverseucht‘ gewesen sei. Ich war damals nicht besonders beunruhigt, habe nur nicht verstanden, wieso ein monate- und im Falle der Lehrer jahrelanger Aufenthalt in diesem Gebäude möglich sein konnte und wir nun nicht einmal fünf Minuten unsere persönlichen Sachen haben holen dürfen.

Das Gebäude wurde folglich unter Quarantäne gestellt und komplett in Folie eingewickelt. Wo sich damals wie heute der Hauptzugang befand, wurde eine Schleuse eingerichtet. Ich erinnere mich noch genau, als meine damalige Klassenleiterin Frau Hornung in eine mir damals als Raumanzug anmutende Schutzkleidung gehüllt wurde und durch diese Schleuse aus Schutzfolien das Schulhaus betreten durfte. Es mussten ja mindestens die Schulnoten wieder geholt werden, die dann von einer Spezialfirma vom Asbest gereinigt wurden. Wir selbst zogen in die Fachräume des alten „roten“ Schulhauses und der Unterricht konnte einigermaßen ununterbrochen fortgeführt werden. Einzig der Verlust meiner Hefte schmerzte mir durchaus. Es dauerte bis 1992, als das Gebäude komplett saniert worden war und der Schulbetrieb wieder aufgenommen werden durfte.

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#schleissheim Schreibwaren Günther am Stutenanger (1980er / frühe 1990er Jahre) »ᴇʀɪɴɴᴇʀᴜɴɢᴇɴ https://eindruecke.achmnt.eu/2017/04/8354/ Wed, 12 Apr 2017 21:23:36 +0000 http://www.aussichten-online.net/?p=8354 Read more…]]> sliusica memoria Nr. 1 [12.04.2017]

Der ‚Günther‘ war ein Schreibwaren- und Zeitlungsladen am Stutenanger, der im Einkaufsgebäude des heutigen REWE die Ladenzeile des späteren ‚Heckenstaller‘ besaß. Der Laden wurde geführt von Herrn und Frau Günther, die im Duo ein eher ungleiches Paar abgegeben hatten. Herrn Günther habe ich als eher asketisch klein und immer etwas kauzig in Erinnerung, während seine Frau von stattlicher Erscheinung aber dafür stets freundlich und zuvorkommend war. Wer damals nach 17.45, also 15 Minuten vor Ende der Öffnungszeiten den Laden betrat, hörte Herrn Günther schon einmal raunen: „Ja, kommt den jetzt noch schon wieder einer daher!“ Nichtsdestoweniger wurde man von ihm letztlich auch zu später Stunde noch zuvorkommend bedient. Legendär war auch immer Herrn Günthers Verabschiedung mit „Auf Wiederschaunga!“. Herr Günther bediente stets den linken Tresen mit Druckerzeugnissen, Zigaretten und Lotto/Toto, während Frau Günther am rechten Tresen Schreibwaren und Süßigkeiten verkaufte. Ich selbst holte mir immer die neuesten Comics von He-Man und Süßigkeiten, wobei wir Kinder darüber hinaus damals auch noch ungehindert für ein paar Mark Lotto spielen durften. Die Lotto-Zettel hatten damals noch einen Durchschlag und Herr Günther quittierte die Abgabe immer in einer Art Stempelautomat. Nachdem das Ehepaar zu Beginn der 1990er Jahre den Laden an die Heckenstallers übergeben hatte, sah ich Frau Günther noch bis etwa Mitte der 1990er Jahre manchmal am Ort.

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#schleissheim „Erinnern Sie sich noch?“ Persönliche Erinnerungen aus der Geschichte Oberschleißheims »ᴇʀɪɴɴᴇʀᴜɴɢᴇɴ https://eindruecke.achmnt.eu/2017/03/8295/ Sun, 19 Mar 2017 20:12:33 +0000 http://www.aussichten-online.net/?p=8295 Read more…]]> sliusica memoria Nr. 0 [19.03.2017]

Geschichte lebt davon, dass man sich an sie erinnert? Dies gilt vor allem für die Ortsgeschichte, da die von den Zeitzeugen gesprochene Geschichte — die ‚oral history‘ — selten festgehalten wird. umsichten / schleissheim.net möchte diese Lücke schließen und Erinnerungen an frühere Schleißheimer Geschichte(n) sammeln. Mit meinen bis 1983 zurückreichenden Erinnerungen mache ich selbst den Vorstoß.

Erinnern Sie sich noch an den Schreibwarenladen Günther am Stutenanger? Kennen Sie noch die Geschäftsräume unseres bis in die 1990er Jahre geöffneten Postamtes? Wer weiß eigentlich noch, dass in Oberschleißheim einmal ein Sportflugzeug abstürzte? Seien Sie gespannt auf die Erzählungen aus früheren Zeiten! Ich hoffe auf das Interesse und die Unterstützung weiterer, insbesondere alteingesessener Schleißheimer.

Oberschleißheim, im März 2017
Dr. Andreas C. Hofmann

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