{"id":3135,"date":"2012-08-14T14:14:44","date_gmt":"2012-08-14T12:14:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.einsichten-online.de\/?p=3135"},"modified":"2022-03-20T22:23:37","modified_gmt":"2022-03-20T21:23:37","slug":"geschichte-transnational-4-promotionsstip-arbeit-in-der-sich-globalisierenden-welt-friedrich-ebert-stiftung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eindruecke.achmnt.eu\/2012\/08\/3135\/","title":{"rendered":"(geschichte.transnational): 4 Promotionsstip. &#8222;Arbeit in der sich globalisierenden Welt&#8220; (Friedrich-Ebert-Stiftung)"},"content":{"rendered":"<p><tt>Johannes Platz <Johannes.Platz@fes.de><br \/>\nInstitution: Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn<br \/>\nDatum: 01.11.2012-31.10.2014<br \/>\nBewerbungsschluss: 22.08.2012<\/p>\n<p>Arbeit in der sich globalisierenden Welt, 1880 bis heute. Historischer Wandel und gegenw\u00e4rtige Effekte in Europa<\/p>\n<p>Aus historischer Sicht hat der Wandel der Arbeitswelten in den postindustriellen (de-industrialisierten) Gesellschaften Europas weitreichende Konsequenzen f\u00fcr die Verfasstheit, das Verst\u00e4ndnis und die Einsch\u00e4tzung des Verh\u00e4ltnisses von Arbeit, Arbeitern und Arbeiterbewegung. Arbeitswelten umfassen die Arbeits- und industriellen Beziehungen. Eine Neuorientierung der Arbeitergeschichte setzte in den 1980er Jahren ein und beschleunigte sich am Beginn des 21. Jahrhunderts. Die neuen wissenschaftlichen Vorzeichen stellten die \"scheinbare Eindeutigkeit\" und die Tragf\u00e4higkeit der aus der europ\u00e4ischen Hochindustrialisierung stammenden Begriffe und Konzepte in Frage, die sich angesichts der \"postmodernen Un\u00fcbersichtlichkeit\" von Arbeitsverh\u00e4ltnissen als Fesseln erweisen. Dies schlie\u00dft einen ver\u00e4nderten Arbeiterbewegungsbegriff ein, der soziale Beziehungen im Betrieb als sozialen und politischen Ort besonders ber\u00fccksichtigt.[1] Arbeitswelten haben durch den Einzug neuer Experten, durch Professionalisierung und Verwissenschaftlichung eine Ver\u00e4nderung erfahren.[2]<\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund eines erweiterten Arbeitsbegriffs, der sich seit den 1980er-Jahren entwickelt hat und zusehends auch in der historischen Forschung angekommen ist, und mit Blick auf eine st\u00e4rker betonte \u00d6konomie des Globalen werden bei neueren Untersuchungen vor allem Leistung, Qualifizierung, Vermarktlichung, Entgrenzung und die \"\u00d6ffnung\" hierarchisch strukturierter Arbeitsorganisation als Indikatoren einschneidender Ver\u00e4nderungen erkannt. [3] Als Folge von Globalisierung werden eine fortschreitende Polarisierung auch innerhalb der postindustriellen Gesellschaften und eine Ausdifferenzierung von Formen abh\u00e4ngiger Arbeit ausgemacht oder sogar der Untergang der Arbeitsgesellschaften prognostiziert.[4] In der neueren historischen Forschung richtet sich der Blick verst\u00e4rkt auch auf globale Zusammenh\u00e4nge, die \"Gender\"-Perspektive, und wagt den \"langen\" Blick.[5]<\/p>\n<p>Bei diesen zeitgeschichtlichen Diagnosen stehen bislang der Begriff, das Verst\u00e4ndnis und die Einsch\u00e4tzung der Arbeit im Vordergrund, jedoch weniger ihre Praxis:<br \/>\nDabei bieten Erfahrungen der Moderne, wie sie sich seit den Hochphasen von Kolonialisierung und Industrialisierung entwickelten und in der heutigen Globalisierung verst\u00e4rken, der historischen Forschung neue Perspektiven, Arbeitswirklichkeiten zu rekonstruieren. Neben interdisziplin\u00e4ren und transnationalen Vergleichsebenen bietet die sozial- und wirtschaftsgeschichtlich weit ausgeleuchtete Moderne des 19. und 20. Jahrhunderts Raum, Gegen- und Vergleichsbilder zu identifizieren. [6] Im Zentrum stehen die Fragen: Was ist am gegenw\u00e4rtigen Umbruch der Arbeitswelten im Vergleich zum System der Arbeit, wie es sich in den letzten zwei Jahrhunderten entwickelt hat, spezifisch? Welche Aus- und Langzeitwirkungen haben globale wirtschaftliche, kulturelle und mediale Vernetzungen auf die kulturellen Auspr\u00e4gungen, die Sozialstruktur, die Politiken und die Semantiken der europ\u00e4ischen Arbeitsgesellschaften?<\/p>\n<p>Die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Bielefeld Graduate School in History and Sociology (BGHS) m\u00f6chten Forschungen zu diesen Fragestellungen besonders st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Unser Interesse zielt auf Studien, den (nicht-) arbeitenden Menschen und die Ver\u00e4nderung seiner sozialen und gesellschaftlichen Position in den Blick nehmen, als auch der Entwicklung moderner europ\u00e4ischer Arbeitsgesellschaften insgesamt nachgehen.<\/p>\n<p>Folgende Aspekte w\u00e4ren in den Studien von besonderer Relevanz:<br \/>\n- Die Auswirkungen, Rhythmen und Reichweiten der internationalen Arbeitsteilung, der globalen Finanzstr\u00f6me, von Konjunkturzyklen, der medialen Vernetzung der Welt, der Informatisierung oder des grenz\u00fcberschreitenden Wissens- und Kulturtransfers auf den Wandel der Arbeitswelten in Europa.<br \/>\n- Die Geschichte der Leistung, Qualifizierung, Flexibilisierung, Subjektivierung und weitere Indikatoren des Werte- und Formenwandels der Arbeit und der Arbeitsorganisation.<br \/>\n- M\u00e4nner- und Frauenarbeitswelten unter den Vorzeichen von Mobilit\u00e4t, Migration oder Tertiarisierung und den diesen Themenfeldern inh\u00e4renten Problemen von Arbeit und Geschlechterbeziehungen.<br \/>\n- Periodisierung der Arbeitsgeschichte und der sektorale Wandel, wie zum Beispiel der \u00dcbergang von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft.<br \/>\n- Das Verh\u00e4ltnis von Arbeit(szeit) und Freizeit im Hinblick auf gesellschaftlichen Werte- und Einstellungswandel und deren Auswirkungen auf die Arbeitswelten.<br \/>\n- Prozesse und Auswirkungen von Deindustrialisierung, sektoralem Wandel und Arbeitsmigration in Europa in der Langzeitperspektive.<br \/>\n- Die Frage nach Netzwerken und Interaktionsr\u00e4umen der Arbeitswelten \u00fcber Staat- und Landesgrenzen hinaus; gemeint sind zum Beispiel M\u00f6glichkeiten und Grenzen transnationaler Arbeitsbeziehungen und Arbeitspolitiken oder Prozesse gesellschaftlicher und politischer Solidarisierung bzw. Entsolidarisierung durch Effekte einer globalisierten Wirtschaft.<\/p>\n<p>Das Doktorandenprogramm \"Arbeit in der sich globalisierenden Welt, 1880 bis heute. Historischer Wandel und gegenw\u00e4rtige Effekte\" wird von der Friedrich-Ebert-Stiftung unterst\u00fctzt und ist an die Bielefeld Graduate School in History and Sociology angebunden, unter deren Dach die strukturierten Promotionsstudieng\u00e4nge in der Geschichte und in der Soziologie angesiedelt sind. Die Arbeiten werden am Lehrstuhl f\u00fcr die Geschichte moderner Gesellschaften an der Fakult\u00e4t f\u00fcr Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie von Prof. Dr. Thomas Welskopp betreut.<\/p>\n<p>Die Stipendienh\u00f6he betr\u00e4gt 1050 \u20ac zu\u00fcglich einer monatlichen Forschungskostenpauschale von 100 \u20ac.<\/p>\n<p>Bitte richten Sie Ihre Bewerbung bis zum 22.08.2012 online an die Abteilung Studienf\u00f6rderung der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES), Godesberger Allee 149, 53175 unter dem Stichwort \"Doktorandenprogramm Arbeit und Globalisierung\".<\/p>\n<p>Die Bewerbung sollte nach den Formalia, Kriterien und Anforderungen der Studienf\u00f6rderung der FES erfolgen. N\u00e4heres erfahren sie unter: www.fes.de\/studienfoerderung<\/p>\n<p>[1] Josef Ehmer\/Helga Grebing\/Peter Gutschner, Einige \u00dcberlegungen zu Aspekten einer globalen Geschichte der Arbeit, in: Dies. (Hg), \"Arbeit\": Geschichte \u2013 Gegenwart \u2013 Zukunft, Leipzig 2002, S. 9-18, hier S. 13 ff. Vgl. auch Marcel van der Linden, Workers of the World, Essays toward a Global Labor History, Leiden 2008; Thomas Welskopp: Der Betrieb als soziales Handlungsfeld. Neuere Forschungen zur Industrie- und Arbeitergeschichte, in GG 22,1996, S. 118-142.<br \/>\n[2] Lutz Raphael: Die Verwissenschaftlichung des Sozialen als methodische und konzeptionelle Herausforderung f\u00fcr eine Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts, in: GG 22, 1996, S. 165-193.<br \/>\n[3] Marcel van der Linden\/Christoph Lieber (Hg.), Kontroversen \u00fcber den Zustand der Welt, Weltmarkt \u2013 Arbeitsformen \u2013 Hegemoniezyklen, Hamburg 2007. Luc Boltanski und Eve Chiapello: Der neue Geist des Kapitalismus. Konstanz 2003.<br \/>\n[4] Vgl. Christoph Lieber, Die \"Ware Arbeitskraft\" als soziales Entwicklungsverh\u00e4ltnis. Krisen und Perspektiven der Lohnarbeit, in: Marcel van der Linden\/Christoph Lieber (Hg.), Kontroversen \u00fcber den Zustand der Welt S. 152-172, hier 152f. und Gero Jenner, Die arbeitslose Gesellschaft. Gef\u00e4hrdet Globalisierung den Wohlstand? Frankfurt am Main 1999, S.10 ff. Karl-Heinz Roth, Der Zustand der Welt, Gegen-Perspektiven, Hamburg 2005, S. 58; Pierre Defraigne, Globalisation, the European social model and international regulation, in: J\u00fcrgen Hoffmann, The Solidarity Dilemma, Globalisation, Europeanisation and the Trade Unions, Brussel 2002, S. 7-27; zur Kontroverse um den Begriff Globalisierung vgl. J\u00fcrgen Osterhammel\/Niels P. Peterson, Geschichte der Globalisierung, M\u00fcnchen 2003, S. 7-15 und Gerhard Schulz, Geschichte im Zeitalter der Globalisierung, Berlin 2004, S. 1-10.<br \/>\n[5] Vgl. von der Linden, Workers; Karin Hausen, Frauenerwerbst\u00e4tigkeit und erwerbst\u00e4tige Frauen. Anmerkungen zur historischen Forschung, in: Gunilla-Friederike Budde (Hg.), Frauen arbeiten. Weibliche Erwerbst\u00e4tigkeit in Ost- und Westdeutschland, G\u00f6ttingen 1997, S. 19-45; Michael S. A\u00dfl\u00e4nder, Von der vita activa zur industriellen Wertsch\u00f6pfung. Eine Sozial- und Wirtschaftsgeschichte menschlicher Arbeit, Marburg 2005.<br \/>\n[6] J\u00fcrgen Kocka, Arbeit fr\u00fcher \u2013 heute \u2013 morgen: Zur Neuartigkeit der Gegenwart, in: Ders.\/Claus Offe (Hg.), Geschichte und Zukunft der Arbeit, Frankfurt am Main 2000, S. 476-492, hier S. 476 ff. Vgl. auch Michael S. A\u00dfl\u00e4nder, Von der vita activa zur industriellen Wertsch\u00f6pfung. Eine Sozial- und Wirtschaftsgeschichte menschlicher Arbeit, Marburg 2005, S. 233 ff.<\/p>\n<p>Kontakt:<br \/>\nIhre Ansprechpartner in der FES sind Dr. des. Johannes Platz, Referat Public History, Johannes.Platz@fes.de<br \/>\nDr. Ursula Bitzegeio, Abteilung Studienf\u00f6rderung, Ursula.Bitzegeio@fes.de<\/p>\n<p>Von Seiten der Universit\u00e4t Bielefeld und der BGHS sind dies die gesch\u00e4ftsf\u00fchrenden Koodinatorinnen Dr. Alexandra He\u00dfling und Dr. Karen Holtmann, bghs@uni-bielefeld.de.<\/p>\n<p>URL: http:\/\/www.fes.de\/studienfoerderung<br \/>\nZielgruppe: Graduierte<br \/>\nLand: Germany<br \/>\nSprache: German, English<br \/>\nKlassifikation:\tRegionaler Schwerpunkt: Regional \u00fcbergreifend<br \/>\nEpochale Zuordnung: 20. Jahrhundert, 1914-1918, 1918-1933, 1933-1945, Zeitgeschichte (1945-), 1945-1989<br \/>\nThematischer Schwerpunkt: Sozialgeschichte und -wissenschaften, Arbeitergeschichte, Bev\u00f6lkerungs- und Migrationsgeschichte, Frauen-, M\u00e4nner- und Geschlechtergeschichte, Freizeit- und Sportgeschichte, Geschichte der Arbeit und Arbeitsbeziehungen, Agrargeschichte, Industriegeschichte, Konsumgeschichte, Technikgeschichte, Unternehmensgeschichte, Wissenschaftsgeschichte<br \/>\nURL zur Zitation dieses Beitrages: http:\/\/geschichte-transnational.clio-online.net\/chancen\/id=7214&type=stipendien<\/p>\n<p>Copyright (c) 2012 by H-Net and Clio-online, all rights reserved. This work may be copied and redistributed for non-commercial, educational use if proper credit is given to the author and to the list. For other permission, please contact H-SOZ-U-KULT@H-NET.MSU.EDU.<\/tt><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Johannes Platz Institution: Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn Datum: 01.11.2012-31.10.2014 Bewerbungsschluss: 22.08.2012 Arbeit in der sich globalisierenden Welt, 1880 bis heute. Historischer Wandel und gegenw\u00e4rtige Effekte in Europa Aus historischer Sicht hat der Wandel der Arbeitswelten in den postindustriellen (de-industrialisierten) Gesellschaften Europas weitreichende <a href=\"https:\/\/eindruecke.achmnt.eu\/2012\/08\/3135\/\"> Read more&#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":false,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","enabled":false},"version":2}},"categories":[6509,16],"tags":[280,520,1290,1421,3148,3308,3393],"class_list":["post-3135","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-wissenschaftsbetrieb","tag-arbeitergeschichte","tag-bielefeld-graduate-school-in-history-and-sociology","tag-friedrich-ebert-stiftung","tag-globalisierung","tag-stipendien","tag-transnationale-geschichte","tag-universitat-bielefeld"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/eindruecke.achmnt.eu\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3135"}],"collection":[{"href":"https:\/\/eindruecke.achmnt.eu\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/eindruecke.achmnt.eu\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eindruecke.achmnt.eu\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eindruecke.achmnt.eu\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3135"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/eindruecke.achmnt.eu\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3135\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13143,"href":"https:\/\/eindruecke.achmnt.eu\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3135\/revisions\/13143"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/eindruecke.achmnt.eu\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3135"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/eindruecke.achmnt.eu\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3135"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/eindruecke.achmnt.eu\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3135"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}