{"id":179,"date":"2010-05-14T21:39:06","date_gmt":"2010-05-14T19:39:06","guid":{"rendered":"http:\/\/einblicke.andreashofmann.eu\/?p=179"},"modified":"2022-07-08T20:45:17","modified_gmt":"2022-07-08T18:45:17","slug":"warum-wir-auch-ohne-blogs-wikis-und-soziale-netze-uberleben-ein-pladoyer-fur-eine-ruckkehr-zum-web-1-0-beta","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eindruecke.achmnt.eu\/2010\/05\/179\/","title":{"rendered":"Warum wir auch ohne Blogs, Wikis und Soziale Netze \u00fcberleben (m\u00fcssen!). Ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr eine R\u00fcckkehr zum Web 1.0 beta"},"content":{"rendered":"<p><strong>&#8222;Infomanie&#8220; &#8211; der Drang, sich st\u00e4ndig auf dem Laufenden zu  halten &#8211; \u00e4hnele einer Sucht mit massiven Auswirkungen, behaupten  britische Psychologen. E-Mails und SMS austauschend verbl\u00f6deten Menschen  regelrecht. Die negativen Einfl\u00fcsse auf das Gehirn seien &#8222;st\u00e4rker als  bei Marijuana&#8220;.<\/strong><br \/>\n(Spiegel v. 23.4.2005, http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/web\/0,1518,352825,00.html, letzter Aufruf 9.5.2010)<\/p>\n<p>Ein doch vernichtendes Urteil \u00fcber die Errungenschaften des Web &#8211; um genau zu sein des Web 1.0. War doch vor f\u00fcnf Jahren Web 2.0 noch niemandem ein Begriff, facebook gerade mal 1 Jahr alt und blogging noch wirklich etwas f\u00fcr Spezialisten! Wie w\u00fcrde das Urteil heute ausfallen? Geh\u00f6rt es doch heute zum guten Ton, einen eigenen Blog zu unterhalten und die Au\u00dfenwelt \u00fcber die Statusfunktion der Sozialen Netze damit zu qu\u00e4len, was man gerade tut (statusing). Und wenn man selbst nicht in der Lage ist, die neuesten PodCasts seiner Universit\u00e4t mobil und online auf dem IPod zu bewundern, grenzt das doch bereits an einen Grund f\u00fcr gesellschaftliche Ausgrenzung.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte an dieser Stelle die provokante Frage, inwiefern jedermann und jedefrau Gelegenheit haben m\u00fcssen, sich selbst via Blogs und Soziale Netze im Netz zu profilieren, lieber im Raum stehen lassen. Es sei betont, dass es um keine sozialdarwinistische Filterung des Web geht! Es muss allerdings die Frage erlaubt sein, ob nicht ein bestimmter Anteil der ungeheuren Datenmengen nicht schlichtweg \u00fcberfl\u00fcssig ist. Mich pers\u00f6nlich interessierte es durchaus noch, via StudiVZ alte Freunde wiederzufinden &#8211; facebook stellte hier eine folgerichtige Erweiterung dar, um den universit\u00e4ren Elfenbeinturm zu verlassen. Logge ich mich heute in facebook ein, werde ich von einer Flut an Informationen \u00fcberrollt, welche &#8211; mit Verlaub &#8211; die Welt nicht braucht: Wer mit wem (befreundet ist), wer welches (meist sinnfreie) Quiz gemacht hat und wer last but very least der Welt noch mitteilen muss, wo und bei welcher T\u00e4tigkeit er oder sie sich gerade befindet oder befinden!<\/p>\n<p>Falls den aufmerksamen Leser die Frage qu\u00e4lt, warum der Autor dieses Beitrags das Web 2.0 verrei\u00dft und hierzu einen Blog benutzt: Er ist selbst avon abh\u00e4ngig, um die Nomenklatur des Spiegels zu verwenden. Es ist eine Abh\u00e4ngigkeit, welche es kritisch zu reflektieren aber durchaus an der Zeit ist. Heute abend sah ich mir einen Krimi aus den fr\u00fchen 1990er Jahren an; eine Zeit, in der es noch keine Handys gab und die Polizei mit Autotelefonen hantierte. Manchmal sehne ich mich nach der zeit zur\u00fcck, als ich nicht manisch nach Informationen heischte. Zwei Wochen Urlaub und ein einziges Mail von der (damals noch gelben) Telefonzelle die Freundin angerufen. Sonst nichts und niemanden mitgekriegt &#8211; traumhaft! L\u00e4sst der Begriff der Infomanie doch offen, ob der aktivisch oder passivisch gemeint ist! Sind es doch teils auch mittlerweile die Informationen selbst, die sich wie Wasser in Felsspalten ihren Weg suchen. Ausreichend Kan\u00e4le stehen ihnen doch zur Verf\u00fcgung!<\/p>\n<p>Sind diese Zeilen somit als ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr eine R\u00fcckkehr ins analoge Zeitalter zu verstehen? Wahrlich nein! Auch ich sehne mich danach, in dringenden F\u00e4llen \u00fcber ein Handy zu verf\u00fcgen und komfortabel im Zug zu telefonieren. auch ich verwende lieber das Internet als BTX &#8211; was vermutlich den meisten ohnehin kein Begriff sein wird, handelte es sich doch um ein BildschirmTeXt-Angebot der Deutschen Bundespost, welches Online-Banking und Angebote\u00a0 namhafter Wirtschaftsunternehmen bereithielt. Etwas weniger Web 2.0 und daf\u00fcr etwas mehr 1.0 oder sogar 0.x w\u00fcrde der ohnehin gehetzten Gesellschaft zweifelsohne guttun. Denke ich an meine erste V90 Internetverbindung (das waren 56 KBit\/s analog, in etwa 1% der heutigen Bandbreite) und das erste Siemens S10 Handy (Gr\u00f6\u00dfe Feldfunktelefon), so war ich doch mehr als zufrieden. Mails verschicken, wichtige Telefonate erledigen, im Netz surfen und einige wenige SMSen \/ Monat absenden.<\/p>\n<p>Die Menschheit kam bis vor etwas mehr als 100 Jahren ohne jegliche Form der elektronischen Kommunikation aus. Daher scheint es an der Zeit, der zunehmenden Virtualisierung und Infomanisierung entgegenzusteuern. Wann haben Sie das letzte Mal einen handschriftlichen Brief verfasst? Jeder der diese Frage mit &#8222;Vor mehr als einem Jahr!&#8220; beantworten muss, kann diesen Zeilen nicht guten Gewissens widersprechen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Infomanie&#8220; &#8211; der Drang, sich st\u00e4ndig auf dem Laufenden zu halten &#8211; \u00e4hnele einer Sucht mit massiven Auswirkungen, behaupten britische Psychologen. E-Mails und SMS austauschend verbl\u00f6deten Menschen regelrecht. Die negativen Einfl\u00fcsse auf das Gehirn seien &#8222;st\u00e4rker als bei Marijuana&#8220;. 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