Studienreform – eindrücke — Information, Geschichte, Kultur https://eindruecke.achmnt.eu von Dr. Andreas C. Hofmann Fri, 13 Jan 2023 16:51:59 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.6.2 https://eindruecke.achmnt.eu/wp-content/uploads/2020/05/cropped-einsichten-titel1-2-32x32.jpg Studienreform – eindrücke — Information, Geschichte, Kultur https://eindruecke.achmnt.eu 32 32 208800265 Berufsbezeichnung „Ingenieur“: Bescheinigung auf Vorstoß der Hochschule Ost-Westfalen-Lippe an allen NRW-Hochschulen https://eindruecke.achmnt.eu/2013/08/4646/ Mon, 12 Aug 2013 22:01:26 +0000 http://www.einsichten-online.de/?p=4646 Read more…]]> http://idw-online.de/pages/de/news546989

Der deutsche „Ingenieur“ hat weltweit einen guten Ruf. Mit der Einführung von Bachelor- und Masterabschlüssen und der Abschaffung des Abschlussgrades „Diplom-Ingenieurin/Ingenieur“ wurde die automatische Berufsbezeichnung durch den Studienabschluss jedoch hinfällig. Bereits vor einem Jahr hatte der Senat der Hochschule OWL daher eine Ordnung beschlossen, die eine Bescheinigung der Berufsbezeichnung „Ingenieurin/Ingenieur“ für Absolventinnen und Absolventen der Hochschule möglich macht. Diese Initiative der Hochschule OWL wurde nun vom NRW-Wissenschaftsministerium zum Anlass genommen, die Bescheinigung der Berufsbezeichnung landesweit für alle Hochschulen einzuführen.

Text nach Heading der Pressemitteilung

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Zusammenlegung der Rubriken »Nachwuchsförderung« und »Studiengänge« zu »Studium, Förderung, Beschäftigung« https://eindruecke.achmnt.eu/2012/10/3410/ Fri, 12 Oct 2012 21:12:22 +0000 http://www.einsichten-online.de/?p=3410 Unter der Rubrik »Studium, Förderung, Beschäftigung« sind fortan zusammengefasst die bisherigen Beiträge der Rubriken »Nachwuchsförderung« und »Studiengänge« zu finden. Diese Neukonzeptionierung soll der nicht zuletzt in Zeiten von BA/MA erfolgten Verzahnung von Universität und Berufsleben Rechnung tragen.

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Der Bologna-Prozess: 5 falsche Thesen › 5 richtige Antworten https://eindruecke.achmnt.eu/2011/12/2257/ Fri, 30 Dec 2011 19:21:02 +0000 http://www.einsichten-online.de/?p=2257 Read more…]]> Die unter dem Label „Bologna-Prozess“ in Deutschland vollzogene Studienreform und Umstellung auf BA/MA-Abschlüsse hat noch immer hochschulpolitische Aktualität. Gerade in Bayern wird an einer Reform der Reform gearbeitet, um  Anfangsfehler zu beseitigen. Hierbei kommen in der Diskussion zahlreiche Halb- oder gar Unwahrheiten auf, welche die ohnehin schwer zu durchblickende Materie nicht gerade transparenter machen.

FALSCH: Bei dem Bologna-Prozess handelt es sich um einen Oktroi der EU, welchen die Einzelstaaten aufgrund ihrer Vertragspflicht umsetzen müssen!
RICHTIG: Der Bologna-Prozess ist eine freiwillige Umstellung, welche 1999 die damals 15 Mitgliedsstaaten der EU sowie 15 weitere europäische Staaten unterzeichneten!

FALSCH: Die Studienreform zwingt den Universitäten angloamerikanische Titel auf und verdrängt die bisherigen Magister-Titel!
RICHTIG: Die Universitäten können entweder lateinische (Bakkalauereus, Magister) oder englischsprachige Titel (Bachelor, Magister) verwenden!

FALSCH: Durch die Modularisierung der Studiengänge muss jede Lehrveranstaltung mit einer Hochschulprüfung abgeschlossen werden!
RICHTIG: Jedes Modul, welches wiederum aus mehreren Lehrveranstaltungen besteht, soll mit einer Hochschulprüfung enden!

FALSCH: Das bisherige deutsche Notensystem wird durch ein angloamerikanisches Punktesystem ersetzt!
RICHTIG: Zusätzlich zur Note werden bei Bestehen eines Moduls ECTS-Punkte vergeben, welche die Studienleistungen innerhalb Europas vergleichbar machen!

FALSCH: Die neuen Studienabschlüsse lassen außeruniversitäre Aktivitäten der Studierenden nicht zu!
RICHTIG: Bis zur Hälfte der ECTS-Punkte kann aus dem außeruniversitären Bereich wie fachlich einschlägigen Praktika etc. erbracht werden!

Weiterführende Texte:
www.ehea.info
www.bmbf.de/de/3336.php
www.kmk.org/wissenschaft-hochschule/studium-und-pruefung

www.hrk.de/bologna
www.stmwfk.bayern.de/Presse/pdf/100607_leitlinien.pdf 

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Was der Bachelor nach München brachte. Über Module, ECTS-Punkte und ein Veranstaltungsmanagement-System, das keiner haben will https://eindruecke.achmnt.eu/2010/05/84/ Fri, 14 May 2010 18:05:56 +0000 http://blog.historicum.net/?p=84 Read more…]]> Am 16. Oktober 2009 war es endlich soweit. Einen Werktag vor Beginn des Wintersemesters wurde an der LMU auch die Studien- und Prüfungsordnung für den BA Geschichte als Nebenfach amtlich bekannt gemacht. Vorausgegangen war – wie bei allen von der Umstellung betroffenen Fachrichtungen – ein langwieriger Prozess zuerst interner Diskussionen, welche dann – vor der Absegnung durch die zuständigen Universitätsgremien – noch von der Rechtsabteilung der LMU abgesegnet werden mussten.

Was aber änderte sich nun? Es kann uns soll nicht darum gehen hier den Münchner BA vorzustellen. Wer sich für Details interessiert sei auf die – nebenbei bemerkt selbst für Experten unleserlichen – Anhänge zur Studien- und Prüfungsordnung (Amtliche Bekanntmachung der LMU Nr. 402 und 424) oder auf den guten Überblick im Studienleitfaden (http://www.geschichte.uni-muenchen.de/download/ba_leitfaden_studi.pdf) verwiesen. Steht immer noch die Frage im Raum: Was aber änderte sich nun?

Vorauszuschicken ist, dass  der Spielraum der Einzelfächer bei der Gestaltung ihrer Studiengänge durchaus eingeschränkt war. Zu beachten waren mit Richtlinien der EU bis zur Hochschulleitung Vorgaben verschiedener Instanzen.

1. Zum einen änderte sich die Freiheit des bisherigen Magisterstudiums – oder sagen wir eher:  Sie wurde abgeschafft. Während das Studium eines Magisterstudenten in Grund- und Hauptstudium unterteilt war, im Rahmen dessen er Zeitpunkt, Art und auch Wiederholung der bis zur Zwischen- bzw. Abschlußprüfung zu erbringenden Leistungen selbst bestimmen konnte, haben Bachelor-Studenten klare Vorgaben. Entweder sie absolvieren die vorgeschriebenen Module spätestens beim zweiten Versuch, oder das Studium kann nicht fortgeführt werden.

2. Der Leistungsdruck auf Bachelor-Studenten steigerte sich enorm. Denn jede belegte Lehrveranstaltung wird nun abgeprüft und geht in die Endnote ein. Dass dies durchaus die Fairness insofern erhöht, als nach einem mehrjährigen Studium nicht einige wenige Prüfungen über die Abschlussnote entscheiden ist unbenommen. Dass allerdings bereits ab dem ersten Semester über die Endnote entschieden wird, ist für viele Studierende ein Damoklesschwert. Es gibt gegenwärtig zwar Bestrebungen, den Leistungsdruck in den ersten Semestern zu verringen. Inwiefern diese allerdings fruchten, wird die Zeit zeigen.

3. Einer der Hauptkritikpunkte am Bachelor ist neben dem erhöhten Leistungsdruck durch die Endnotenbildung auch die enorm gestiegene Arbeitsbelastung. Jede besuchte Veranstaltung wird mit einer bestimmten Zahl an ECTS-Punkten (European Credit Transfer System) ausgewiesen. Dass diese ursprünglich gedacht waren, die internationale Vergleichbarkeit des Studiums und somit den Wechsel ins Ausland zu erhöhen mag ja schön und gut sein – das Problem ist nur, dass wegen der erhöhten Arbeitsbelastung niemand mehr wird ins Ausland gehen können geschweige denn wollen. Aber zurück zu den ECTS-Punkten: Nach einer Vorgabe der Kultusministerkonferenz muss jeder ECTS-Punkt, mit welchem eine Lehrveranstaltung ausgewiesen wird, 35 Arbeitsstunden entsprechen. Dies bedeutet m Beispiel des BA Geschichte einen enormen Anstieg an Arbeitsaufwand. Während das auf 3 Semester ausgelegte Grundstudium des bisherigen Magister nach 9 SWS scheinpflichtiger bzw. 21 SWS an Lehrveranstaltungen insgesamt abgeschlossen war, enthalten die ersten 3 Semester des BA insgesamt 27 SWS an Lehrveranstaltungen – welche nach BA-Manier auch alle mit einer Prüfung enden, in die Endnote eingehen und über den Fortgang des Studiums als solches entscheiden.

4. Um die gesamte Verwaltung der Prüfungen, die Überschneidungsfreiheit der Lehrveranstaltungen – welche auch nur insofern gesichert werden konnte, als man mehrere Fächer zu einem sogenannten breiten Nebenfach zusammenlegte – und nicht zuletzt die Raumvergabe irgendwie zu operationalisieren, wurde das Veranstaltungsmanagement-System LSF (Lehre / Studium / Forschung) eingeführt. Um es kurz zu fassen: Das unter lsf.uni-muenchen.de verfügbare System, welches nun auch die Kommentierten Vorlesungsverzeichnisse automatisch generiert, hat sich in weiten Teilen der Uni bereits ziemlich unbeliebt gemacht. Abgesehen von einigen Kinderkrankheiten, müssen nun Räume für Veranstaltungen bereits gebucht werden, wenn eine solche noch nicht einmal in Planung ist. Studierende erhalten ihre Noten nicht mehr im persönlichen Gespräch, sondern alleine zu hause aus dem Computer und nicht zuletzt aus Datenschutzgründen wird eine derartige Datenansammlung von vielen auch argwöhnisch beäugt.

Summa Summarum: Das der BA kommen musste, war abzusehen. In welcher Form er kam, war nicht gern zu sehen. Es sei einem Wissenschaftshistoriker erlaubt, anzumerken, dass eine derartige Einschränkung der Freiheit des Studiums bereits in den Jahren 1832ff. im Geiste reaktionären Denkens und aus Angst vor politischer Betätigung der Studierenden stattfand. Inwiefern eine (hochschul-)politische Betätigung der Bachelorstudierenden bei dieser Arbeitsbelastung in Zeiten von Studiengebühren überhaupt noch möglich sein wird, wird die Zeit zeigen.

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