Germanen – eindrücke — Information, Geschichte, Kultur https://eindruecke.achmnt.eu von Dr. Andreas C. Hofmann Mon, 30 Mar 2020 21:29:58 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.6.2 https://eindruecke.achmnt.eu/wp-content/uploads/2020/05/cropped-einsichten-titel1-2-32x32.jpg Germanen – eindrücke — Information, Geschichte, Kultur https://eindruecke.achmnt.eu 32 32 208800265 Kaiserbiographien: Caracalla (211 – 217 n. Chr.) https://eindruecke.achmnt.eu/2014/08/5771/ Wed, 27 Aug 2014 16:11:46 +0000 http://www.aussichten-online.net/?p=5771 Read more…]]> prospectiva imperialia Nr. 22 [27.08.2014]

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Caracalla

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Caracalla (* 4. April 188 in Lugdunum, dem heutigen Lyon; † 8. April 217 in Mesopotamien) war von 211 bis zu seinem Tod römischer Kaiser. Sein offizieller Kaisername war – in Anknüpfung an den beliebten Kaiser Mark AurelMarcus Aurelius Severus Antoninus. „Caracalla“ war nur ein Spitzname, der von der Bezeichnung seines Kapuzenmantels abgeleitet wurde.

Caracallas Vater Septimius Severus, der Begründer der severischen Dynastie, erhob ihn 197 zum Mitherrscher. Nach dem Tod des Vaters am 4. Februar 211 trat er zusammen mit seinem jüngeren Bruder Geta die Nachfolge an. Schon im Dezember 211 ließ er Geta ermorden. Anschließend veranstaltete er in Rom ein großes Massaker an Anhängern Getas. Fortan regierte er unangefochten als Alleinherrscher.

Caracalla kümmerte sich vor allem um militärische Belange und begünstigte die Soldaten. Damit setzte er einen schon von seinem Vater eingeschlagenen Kurs fort, der auf die Epoche der Soldatenkaiser vorauswies. Wegen der Brutalität seines Vorgehens gegen jede tatsächliche oder vermeintliche Opposition wurde er von der zeitgenössischen senatorischen Geschichtsschreibung sehr negativ beurteilt. Bei den Soldaten hingegen erfreute er sich großer Beliebtheit, die über seinen Tod hinaus anhielt.

Bei der Vorbereitung eines Feldzugs gegen die Parther wurde Caracalla von einer kleinen Gruppe von Verschwörern aus persönlichen, nicht politischen Motiven ermordet. Da er kinderlos war, starb mit ihm die männliche Nachkommenschaft des Dynastiegründers Septimius Severus aus.

Die Maßnahmen, mit denen Caracalla in erster Linie der Nachwelt in Erinnerung blieb, waren der Bau der Caracalla-Thermen und die Constitutio Antoniniana, ein Erlass von 212, mit dem er fast allen freien Reichsbewohnern das römische Bürgerrecht verlieh. Die moderne Forschung folgt weitgehend der ungünstigen Beurteilung seiner Regierungszeit durch die antiken Quellen, rechnet aber bei den Angaben der ihm feindlich gesinnten Geschichtsschreiber mit Übertreibungen.

Leben bis zum Herrschaftsantritt

Kindheit

Caracalla mit seinen Eltern und seinem Bruder auf einem zeitgenössischen Tondo, Antikensammlung Berlin. Getas Gesicht wurde nach seiner Ermordung getilgt.[1]

Caracalla wurde am 4. April 188 im heutigen Lyon geboren, dem Verwaltungssitz der Provinz Gallia Lugdunensis.[2] Er war der ältere der beiden Söhne des künftigen Kaisers Septimius Severus, eines Afrikaners, der damals Statthalter dieser Provinz war. Nur elf Monate später kam sein Bruder Geta zur Welt. Seine Mutter Julia Domna, die zweite Frau des Septimius Severus, stammte aus einer sehr vornehmen Familie; ihre Heimatstadt war Emesa (Homs) in Syrien. Caracalla erhielt den Namen Bassianus[3] nach seinem Großvater mütterlicherseits, einem Priester des in Emesa verehrten Sonnengottes Elagabal.

Einen erheblichen Teil seiner Kindheit verbrachte Caracalla in Rom. Sein Vater war ab 191 Statthalter der Provinz Oberpannonien. Die Kinder der Provinzstatthalter mussten auf Anordnung des Kaisers Commodus in Rom bleiben, denn der misstrauische Kaiser wollte sich gegen das Risiko von Aufständen der Statthalter absichern, indem er ihre Kinder in seinem unmittelbaren Machtbereich behielt.[4] Als Kind soll sich Caracalla durch angenehme Eigenschaften ausgezeichnet haben.[5] Er war fünf Jahre alt, als sein Vater am 9. April 193 von den Donaulegionen zum Kaiser ausgerufen wurde. Von Mitte 193 bis 196 hielt er sich mit seinem Vater im Osten des Reichs auf, dann kehrte er über Pannonien nach Rom zurück.

Septimius Severus gab sich ab Frühjahr 195 zum Zweck der Legitimierung seiner Herrschaft als Adoptivsohn des 180 gestorbenen Kaisers Mark Aurel aus.[6] Mit dieser Fiktion wollte er sich in die Tradition der Adoptivkaiser stellen, deren Epoche als Glanzperiode der römischen Geschichte galt. Daher erhielt auch Caracalla als fiktiver Enkel Mark Aurels ab 195/196 den Namen dieses beliebten Herrschers: Er hieß fortan Marcus Aurelius Antoninus, wurde also wie sein Vater als Angehöriger von Mark Aurels Familie, des Kaisergeschlechts der Antonine, betrachtet. An dieser Fiktion hielt er stets fest. Geta hingegen wurde nicht umbenannt, also nicht fiktiv in das Geschlecht der Antonine aufgenommen. Darin zeigte sich schon damals eine Bevorzugung seines ein Jahr älteren Bruders.[7] Entweder schon Mitte 195 oder spätestens 196 wurde Caracalla der Titel Caesar verliehen, womit er zum künftigen Kaiser designiert wurde.[8] Dieser Schritt markierte den Bruch zwischen Septimius Severus und dessen Rivalen Clodius Albinus, der Britannien unter seiner Kontrolle hatte. Albinus hatte sich im Jahr 193 Hoffnungen auf die Kaiserwürde gemacht, war aber von Severus mit dem Caesartitel und der Aussicht auf die Nachfolge abgefunden worden. Diese Regelung war mit Caracallas Erhebung zum Caesar hinfällig. Daher brach der 193 noch vermiedene Bürgerkrieg zwischen Severus und Albinus nun aus. Nach dem Sieg des Severus in dem Krieg, in dem Albinus den Tod fand, stand Caracallas Anspruch auf die Nachfolge seines Vaters nichts mehr im Wege.

Als Kaisersohn erhielt Caracalla eine sorgfältige Erziehung. Daher war er nicht ungebildet; als Kaiser war er in der Lage, sich an intellektuellen Gesprächen zu beteiligen, und schätzte rhetorische Fähigkeiten.[9]

197 begleitete Caracalla zusammen mit seinem Bruder Geta den Vater auf dessen zweitem Feldzug gegen die Parther. Schon im Frühjahr 197 wurde er offiziell als designierter Kaiser und Teilhaber der Herrschaft bezeichnet. Im Herbst 197 oder spätestens 198 wurde er zum Augustus erhoben; fortan nannte man ihn Marcus Aurelius Severus Antoninus Augustus.[10] Gleichzeitig erhielt Geta den Caesartitel. Die Kaiserfamilie blieb noch einige Zeit im Orient; 199 reiste sie nach Ägypten, wo sie sich bis 200 aufhielt. Erst 202 kehrte sie nach Rom zurück. In diesem Jahr war Caracalla zusammen mit seinem Vater ordentlicher Konsul.

Heirat und Konflikte der Jugendzeit

Denar der Plautilla

Im April 202 wurde Caracalla, mit 14 Jahren nunmehr mündig, von seinem Vater gegen seinen Willen mit Publia Fulvia Plautilla verheiratet, die den Titel Augusta erhielt. Sie war die Tochter des Prätorianerpräfekten Gaius Fulvius Plautianus. Plautianus stammte aus Leptis Magna in Libyen, der Heimatstadt des Septimius Severus. Er hatte dank der Gunst des Kaisers eine außerordentliche Machtstellung errungen, die er durch die Verschwägerung mit dem Kaiserhaus absichern wollte. Seine Machtfülle wurde aber von der Kaiserin Julia Domna als Bedrohung wahrgenommen und brachte ihn mit ihr in Konflikt. Caracalla, der Plautianus als Rivalen sah, hasste seine Frau und seinen Schwiegervater und wollte beide beseitigen. Mit einer Intrige führte er 205 den Sturz des Plautianus herbei, wobei er sich der Hilfe seines Erziehers, des Freigelassenen Euodus, bediente. Euodus veranlasste drei Centurionen, Plautianus eines Mordplans gegen Severus und Caracalla zu bezichtigen; sie behaupteten, der Präfekt habe sie zu einem Attentat angestiftet. Severus schenkte ihnen Glauben und lud Plautianus vor, doch erhielt der Beschuldigte keine Gelegenheit zur Rechtfertigung, da Caracalla ihn nicht zu Wort kommen ließ. Nach der Darstellung des zeitgenössischen Geschichtsschreibers Cassius Dio versuchte Caracalla seinen Feind in Anwesenheit des Kaisers eigenhändig umzubringen, wurde aber von Severus daran gehindert. Darauf ließ er Plautianus von einem seiner Begleiter töten, offenbar mit Billigung des Kaisers. Plautilla wurde auf die Insel Lipari verbannt.[11] Nach seinem Regierungsantritt ordnete Caracalla ihre Beseitigung an; über sie wurde die damnatio memoriae verhängt. Auch Euodus wurde später auf Befehl Caracallas hingerichtet.

Schon in früher Jugend war es zu einer ausgeprägten Rivalität der beiden Brüder Caracalla und Geta gekommen, die sich im weiteren Verlauf ihres Lebens beständig verschärfte und in tödlichen Hass verwandelte. Vergeblich bemühte sich Septimius Severus, die Feindschaft zwischen seinen Söhnen zu mildern und gegenüber der Öffentlichkeit zu vertuschen, etwa durch die Prägung von Münzen der Concordia (Eintracht),[12] zweimaliges gemeinsames Konsulat Caracallas und Getas in den Jahren 205 und 208 und die Fernhaltung der Söhne von Rom.[13] Am Britannienfeldzug des Kaisers, den er 208–211 gegen die im heutigen Schottland lebenden Kaledonier und Mäaten unternahm, nahmen beide Söhne teil. 209 erhielt Geta die Würde eines Augustus, wurde also rangmäßig seinem bisher bevorzugten Bruder gleichgestellt.[14] Da die Kämpfe sich hinzogen und Septimius Severus bereits bei schlechter Gesundheit war, musste er 210 Caracalla mit der alleinigen Leitung der militärischen Operationen betrauen. Geta hingegen erhielt kein Kommando. Ab 210 führte Caracalla den Siegernamen Britannicus maximus, den auch sein Vater und sein Bruder annahmen. Er soll versucht haben, den Tod des Kaisers zu beschleunigen, indem er dessen Ärzte und Bedienstete unter Druck setzte, dem Kranken etwas anzutun.[15] Septimius Severus starb am 4. Februar 211 in Eburacum (heute York).

Regierungszeit

Herrschaftsantritt und Machtkampf mit Geta

Denar Getas

Wie Septimius Severus es vorgesehen hatte, traten seine beiden Söhne gemeinsam die Herrschaft an. Sie schlossen mit den Kaledoniern und Mäaten Frieden und verzichteten damit auf die wohl ursprünglich geplante Besetzung von Gebieten im heutigen Schottland. Somit wurde der Hadrianswall wieder die nördliche Grenze des römischen Territoriums in Britannien.

Caracalla und Geta kehrten mit getrenntem Hofstaat nach Rom zurück. Dort schützten sich beide durch sorgfältige Bewachung voreinander. Als Präzedenzfall und Vorbild für dieses Regierungsmodell konnte die gemeinsame Herrschaft von Mark Aurel und dessen Adoptivbruder Lucius Verus im Zeitraum 161–169 dienen. Damals hatte ein klarer Rangunterschied zwischen den beiden Kaisern bestanden. Bei Caracalla und Geta hingegen war die Situation anders: Zwar hatte der ältere Bruder von Anfang an das entscheidende Wort, doch fehlte eine eindeutige, einvernehmliche Regelung der Rangordnung und Befugnisse. Ein Doppelkaisertum gleichberechtigter Herrscher hätte nur durch eine Reichsteilung umgesetzt werden können. Der Geschichtsschreiber Herodian behauptet, es sei tatsächlich erwogen worden, das Römische Reich zu teilen und Geta den Osten zuzuweisen, doch sei dieser Plan verworfen worden, denn Julia Domna, die Mutter der beiden Kaiser, habe sich dem Vorhaben nachdrücklich widersetzt.[16] Dieser Bericht gilt aber nach heutigem Forschungsstand als unglaubwürdig; Versuche, in epigraphischem Material eine Bestätigung dafür zu finden, sind gescheitert.[17]

Geta war zumindest bei einem Teil der Soldaten beliebt. Daher wagte Caracalla vorerst nicht offen gegen ihn vorzugehen. Die römische Stadtbevölkerung, die Prätorianer und die in der Hauptstadt und ihrer Umgebung stationierten Truppen waren gespalten oder unschlüssig, so dass ein Bürgerkrieg bevorzustehen schien.[18]

Schließlich gelang es Caracalla im Dezember 211 – nicht, wie früher vermutet wurde, erst im Februar 212 –, den Bruder in einen Hinterhalt zu locken.[19] Er veranlasste seine Mutter, ein Versöhnungsgespräch im kaiserlichen Palast zu arrangieren. Leichtsinnigerweise folgte Geta der Einladung der Mutter, denn er meinte, in ihrer Anwesenheit vor seinem Bruder sicher zu sein. Der Ablauf der tödlichen Begegnung ist unklar. Nach der Schilderung des zeitgenössischen Geschichtsschreibers Cassius Dio, die als die glaubwürdigste gilt, hatte Caracalla Mörder bestellt, die seinen Bruder in den Armen der Mutter töteten, wobei sie an der Hand verletzt wurde.[20] Offenbar hat er auch selbst zugeschlagen, denn später weihte er das Schwert, das er dabei verwendet hatte, im Serapeion von Alexandria der dort verehrten Gottheit Serapis.[21] Anschließend wurde über Geta die damnatio memoriae verhängt und die Tilgung seines Namens in allen öffentlichen Denkmälern und Schriftstücken mit größter Gründlichkeit betrieben; sogar seine Münzen wurden eingeschmolzen.[22]

Der nunmehrige Alleinherrscher rechtfertigte den Mord mit der Behauptung, nur einem Anschlag Getas zuvorgekommen zu sein. Am Tag nach der Tat hielt er im Senat eine Rede, in der er seine Sichtweise darlegte und zugleich mit der Ankündigung einer Amnestie für Verbannte Sympathie zu gewinnen versuchte.[23] Für die Öffentlichkeit war die Mordtat aber ein unerhörter Tabubruch, von dem sich Caracallas Ansehen niemals erholen sollte. Die Prätorianer gewann er mit einer Solderhöhung und Geldgeschenken für sich, und auch das Einkommen der Soldaten wurde zur Sicherung ihrer Loyalität beträchtlich angehoben.[24] Nach der Darstellung der Historia Augusta, deren Glaubwürdigkeit allerdings umstritten ist, konnte Caracalla die in der Nähe von Rom stationierte Legio II Parthica, die stark mit Geta sympathisierte, nur mit einem reichlichen Geldgeschenk besänftigen.[25]

Innenpolitik

Terrorherrschaft

Sogleich nach der Ermordung Getas ließ Caracalla zahlreiche Männer und Frauen, die als Anhänger seines Bruders galten, töten; damals sollen etwa 20.000 Menschen aus diesem Grund ermordet worden sein.[26] Auch später noch wurden viele umgebracht, denen Caracalla unterstellte, Sympathien für den unterlegenen Rivalen gehegt zu haben oder ihm nachzutrauern. Zu den prominenten Opfern des Terrors gehörten der Kaisersohn Pertinax Caesar sowie zwei Nachkommen des allseits verehrten Kaisers Mark Aurel: seine Tochter Cornificia und ein Enkel. Der berühmte Jurist Papinian, der ein Freund und Vertrauter des Septimius Severus gewesen war und sich im Auftrag des verstorbenen Kaisers um einen Ausgleich zwischen den verfeindeten Brüdern bemüht hatte, wurde auf Befehl Caracallas ermordet, nachdem Prätorianer Vorwürfe gegen ihn erhoben hatten.[27] Es wurde üblich, persönliche Gegner mit erfundenen Behauptungen in anonymen Anzeigen aus dem Weg zu räumen. Die zahlreichen Soldaten und Prätorianer in Rom dienten Caracalla als Spitzel und Informanten.[28]

Eine aufschlussreiche Episode war Caracallas im Frühjahr 212 unternommener Versuch, den populären Senator und ehemaligen Stadtpräfekten Lucius Fabius Cilo umzubringen. Den Anlass dazu bot wohl, dass Cilo versucht hatte, zwischen Caracalla und Geta zu vermitteln. Caracalla erteilte Soldaten – offenbar handelte es sich um Prätorianer – den Befehl, gegen den Senator vorzugehen. Sie plünderten das Haus Cilos und führten ihn unter Misshandlungen zum Kaiserpalast. Darauf kam es zu einem Aufruhr; die Bevölkerung und in der Stadt stationierte Soldaten (urbaniciani), die früher unter Cilos Befehl gestanden hatten, griffen zugunsten des Verhafteten ein, um ihn zu befreien. Caracalla schätzte die Lage als so gefährlich ein, dass er aus dem Palast herbeieilte und vorgab, Cilo beschützen zu wollen. Er ließ die Prätorianer, die mit der Festnahme beauftragt gewesen waren, und ihren Befehlshaber hinrichten, angeblich zur Strafe für ihr Vorgehen gegen Cilo, in Wirklichkeit jedoch, weil sie bei der Durchführung des Befehls versagt hatten. Der Vorgang zeigt eine zumindest zeitweilige Schwäche des Kaisers. Er musste vor dem Widerstand von Teilen der Stadtbevölkerung und der städtischen Soldaten, auf deren Loyalität er angewiesen war, zurückweichen.[29]

Generell ging Caracalla gegen Individuen und Gruppen, die seinen Zorn oder Verdacht erregten, mit großer Härte vor. Ein Merkmal seines Terrors war, dass er nicht nur gezielt Verdächtige hinrichten ließ, sondern auch kollektive Strafmaßnahmen ergriff, denen neben Oppositionellen auch zahlreiche harmlose Personen und Unbeteiligte zum Opfer fielen. Aufsehen erregte das Massaker von Alexandria in Ägypten. Dort richtete Caracalla bei seinem Aufenthalt in der Stadt, der von Dezember 215 bis März/April 216 dauerte, ein großes Blutbad unter der Bevölkerung an. Als Anlass gibt Cassius Dio an, dass sich die Alexandriner über den Kaiser lustig gemacht hatten. Die Stadtbevölkerung war als spottlustig bekannt, doch hatte ihre Aufsässigkeit auch einen ernsten Hintergrund: In der Stadt war – vermutlich aus wirtschaftlichen Gründen – eine kaiserfeindlichen Stimmung entstanden, die sich in einem Aufruhr entlud. Dem Gemetzel in Alexandria, das tagelang angedauert haben soll, fielen auch auswärtige Besucher zum Opfer, die sich zufällig in der Stadt aufhielten. Außerdem wurde die Stadt von Caracallas Soldaten geplündert. Wahrscheinlich stellen Cassius Dio und der ebenfalls zeitgenössische Geschichtsschreiber Herodian das Ausmaß des Massakers übertrieben dar, doch dürfte die Schilderung Cassius Dios in den Grundzügen stimmen.[30] Als der Kaiser in Rom von einer aufsässigen Menge im Circus verspottet zu werden glaubte, befahl er seinen Soldaten, die Unruhestifter zu töten, was mit einem wahllosen Massaker endete.[31]

Thermenbau und Ausdehnung des römischen Bürgerrechts

Hauptartikel: Caracalla-Thermen und Constitutio Antoniniana

Caracallas Name ist für die Nachwelt bis heute vor allem mit zwei spektakulären Maßnahmen verbunden: dem Bau der Caracalla-Thermen in Rom, einer Gesamtanlage von 337 mal 328 Metern, und der Constitutio Antoniniana von 212. Mit dem Thermenbau wollte sich der Kaiser bei der Stadtbevölkerung beliebt machen. Es war damals die größte derartige Anlage in Rom.[32] Die Constitutio Antoniniana war eine Verfügung, die allen freien Bewohnern des Reiches mit Ausnahme der dediticii das römische Bürgerrecht verlieh. Die Abgrenzung des mit dediticii gemeinten Personenkreises ist unklar. Mit diesem Ausdruck bezeichnete man ursprünglich Angehörige von Völkern oder Staaten, die sich den Römern bedingungslos unterworfen hatten, entweder im Krieg im Sinne einer Kapitulation oder im Frieden, um römischen Schutz zu erhalten. Juristisch bedeutete die Constitutio Antoniniana nicht, wie man früher glaubte, die Aufhebung örtlicher Rechtsgewohnheiten und ihre Ersetzung durch römisches Privatrecht; örtliches Recht wurde weiterhin angewendet, soweit es dem römischen nicht widersprach. Daraus ergaben sich im juristischen Alltag Rechtsunsicherheiten; eine umfassende, allgemeingültige Regelung wurde offenbar nicht angestrebt.[33]

Die Zwecke und die Tragweite der Constitutio Antoniniana sind bis heute nicht befriedigend geklärt. Flankierende Maßnahmen zur Integration der Neubürger scheint Caracalla nicht getroffen zu haben, ein umfassendes, langfristiges Gesamtkonzept war mit der Bürgerrechtsverleihung anscheinend nicht verbunden.[34] Caracalla gibt an, er habe sich zu dem Schritt entschlossen, weil er den Göttern für seine Rettung aus einer Gefahr danken wollte. Vermutlich meinte er damit einen angeblichen Mordanschlag Getas, doch sind auch andere Deutungen möglich.[35] Cassius Dio gibt die Meinung der oppositionellen senatorischen Kreise wieder, der zufolge die Ausdehnung des Bürgerrechts vor allem den Zweck hatte, die Steuereinnahmen zu erhöhen; die von dem Erlass Betroffenen wurden Steuern unterworfen, die nur von römischen Bürgern zu entrichten waren. Solche Steuern waren eine Abgabe auf die Freilassung von Sklaven und die Erbschaftssteuer, die Caracalla damals von 5 auf 10 Prozent verdoppelte. Die Erhöhung der Steuereinnahmen war aber nur eines der Motive Caracallas. Außerdem wollte er die Neubürger wohl als ihm persönlich ergebene Anhängerschaft gewinnen, um auf diese Art die Feindschaft der traditionellen Elite, bei der er wegen seiner Terrorherrschaft verhasst war, zu kompensieren und so seine Machtbasis zu stärken. Zahlreiche Neubürger nahmen den Namen des Kaisers (Aurelius) an, der dadurch außerordentlich häufig wurde.

Verwaltung, Finanzen, Wirtschaft und Militär

Da Caracalla sich durch seinen Terror unzählige Feinde schuf, besonders in der Oberschicht, war er zur Erhaltung seiner Macht ganz auf das Heer angewiesen und für seine persönliche Sicherheit auf seine skythischen und germanischen Leibwächter. Die Unterstützung der Soldaten gewann er, indem er ihren Sold stark erhöhte und sie mit häufigen üppigen Sonderzuwendungen (Donativen) beschenkte. Das Ausmaß der Solderhöhung betrug 50 Prozent,[36] wobei der schon von Septimius Severus deutlich erhöhte Sold die Berechnungsgrundlage bildete. Cassius Dio schätzt den dafür erforderlichen jährlichen Mehraufwand auf 280 Millionen Sesterzen (70 Millionen Denare).[37] Diese Steigerung der militärischen Personalkosten war jedoch finanzpolitisch verhängnisvoll. Die Bevorzugung des Militärs war nur auf Kosten des wirtschaftlich produktiven Teils der Bevölkerung und der Geldwertstabilität möglich und erzeugte bei den so verwöhnten Soldaten maßlose Erwartungen. Spätere Herrscher konnten diese Entwicklung nicht mehr umkehren, ohne ihren sofortigen Sturz zu riskieren. Somit stellte Caracalla die Weichen für das künftige Soldatenkaisertum.[38] Seine Politik trug dazu bei, dass später die mit dem modernen Schlagwort „Reichskrise des 3. Jahrhunderts“ bezeichneten Entwicklungen eintraten. Unter ihm verstärkten sich problematische Faktoren, welche die Wirtschaft im weiteren Verlauf des 3. Jahrhunderts stark belasteten. Allerdings bestanden schon vor seinem Regierungsantritt gravierende strukturelle Probleme.

Caracalla teilte große Provinzen auf, wohl um eine gefährliche Machtzusammenballung in der Hand der Provinzstatthalter zu verhindern. Kein Statthalter sollte mehr als zwei Legionen unter seinem Kommando haben. Britannien teilte er in die zwei Provinzen Britannia superior und Britannia inferior.[39] In Hispanien trennte er von der großen Provinz Hispania citerior oder Tarraconensis eine neue Provinz ab, die er Hispania nova citerior Antoniniana nannte. Sie befand sich im Nordwesten der Halbinsel nördlich des Duero. Ihre Existenz ist nur aus Inschriften erschlossen und ihre Ausdehnung ist nicht genau bekannt, denn sie wurde bereits spätestens in den dreißiger Jahren des 3. Jahrhunderts wieder mit der Tarraconensis vereinigt.

Sesterz Caracallas

Caracalla führte 214/215 eine Münzreform durch, die der Finanzierung des geplanten Partherkriegs dienen sollte. Er schuf eine neue Silbermünze, die später nach seinem offiziellen Namen Antoninus als Antoninian bezeichnet wurde. Der Antoninian, der im 3. Jahrhundert zur geläufigsten römischen Münze wurde, entsprach zwei Denaren, sein Gewicht jedoch nur etwa dem von anderthalb Denaren. Faktisch handelte es sich also um eine Geldverschlechterung. Diese führte zur Hortung des alten Geldes, die aus zahlreichen Schatzfunden ersichtlich ist. Außerdem wurde das Gewicht der Goldmünze Aureus um rund 9 Prozent reduziert (von 7,20 auf 6,55 g). Schon 212 hatte Caracalla den Sibergehalt des Denars um rund 8 Prozent verringert (von 1,85 g auf 1,70 g), offenbar wegen der Kosten der Solderhöhungen nach dem Mord an Geta. Noch drastischer war die Geldverschlechterung im Osten des Reichs, wo die syrische Drachme und die Tetradrachme die Hälfte ihres Silbergehalts einbüßten (Verringerung von 2 g Silber im Jahr 213 auf 0,94 g im Jahr 217). Dies bewirkte einen massiven Verlust an Vertrauen in den Geldwert.[40]

Trotz der Härte, mit der Caracalla gegen jede Kritik vorging, soll die Steuerlast zu einer deutlichen Unmutsbekundung der Menge bei einem Pferderennen geführt haben.[41]

Religion

Caracallas Verhältnis zur Religion war, wie Cassius Dio berichtet, vor allem von seinem Bedürfnis bestimmt, von den Göttern Heilung von seinen Krankheiten zu erlangen. Zu diesem Zweck soll er allen bedeutenderen Gottheiten Opfer und Weihegaben dargebracht und eifrig gebetet haben. Zu den Göttern, von denen er Hilfe erhoffte, gehörten der griechische Heilungsgott Asklepios, der ägyptische Sarapis und Apollon, der mit dem keltischen Heilungsgott Grannus identifiziert und als Apollo Grannus verehrt wurde.[42] Wahrscheinlich besuchte der Kaiser den Apollo-Grannus-Tempel in Faimingen, das damals Phoebiana hieß und zur Provinz Raetia gehörte.[43] Seine besondere Verehrung galt Sarapis, in dessen Tempelbezirk er während seines Aufenthalts in Alexandria wohnte.[44] Auf dem römischen Hügel Quirinal ließ er einen Sarapis-Tempel errichten, der inschriftlich bezeugt ist, aber bisher nicht lokalisiert werden konnte.[45]

Außenpolitik

Germanenfeldzug

Im Sommer 213 unternahm Caracalla, der in diesem Jahr zum vierten und letzten Mal Konsul war, einen kurzen Feldzug gegen Germanen.[46] Bei diesen handelte es sich laut byzantinischen Auszügen aus einem verlorenen Teil von Cassius Dios Geschichtswerk um Alamannen. Dies ist die erste namentliche Bezeugung der Alamannen. Ihre Glaubwürdigkeit, die in der älteren Forschung allgemein akzeptiert war, ist ab 1984 wiederholt bestritten worden, hat aber auch weiterhin Befürworter und wird ausführlich gegen die Kritik verteidigt.[47] Zunächst errang der Kaiser einen Sieg am Main, worauf er den Siegernamen Germanicus maximus annahm. Die anschließenden Kämpfe scheinen aber für ihn weniger günstig verlaufen zu sein, denn er sah sich zu Zahlungen an die Germanen gezwungen, um Frieden zu erkaufen. Gesamthaft war sein Vorgehen offenbar erfolgreich, denn die Lage an der Nordgrenze blieb für zwei Jahrzehnte stabil.[48]

Expansionspolitik im Osten

Nach der Befriedung der Nordgrenze begab sich Caracalla in den Osten des Reichs, von wo er nicht mehr zurückkehren sollte. Zunächst scheint er im Gebiet der Stadt Tyras (heute Bilhorod-Dnistrowskyj in der Südukraine) die Karpen besiegt zu haben,[49] dann zog er nach Kleinasien. Den Winter 214/215 verbrachte er in Nikomedeia, von dort brach er im Frühjahr 215 nach Antiocheia auf.[50] Hatte er sich schon früher auch in Äußerlichkeiten in die Nachfolge Alexanders des Großen gestellt, so erreichte die Alexander-Nachahmung in seinen letzten Lebensjahren ihren Höhepunkt.[51] Er soll eine Streitmacht von 16.000 Mann als „makedonische Phalanx“ mit makedonischer Kleidung und Bewaffnung aufgestellt haben.[52] In einem Brief an den Senat behauptete er, eine Reinkarnation des Makedonenkönigs zu sein.[53] Damit deutete er das Programm einer Wiederherstellung von Alexanders Weltreich, zumindest einer ruhmreichen Expansion nach Osten an. Schon vor seinem Aufbruch in den Osten hatte er König Abgar IX. von Osrhoene nach Rom gelockt und dort gefangengesetzt, worauf er das Königreich annektierte. Auch den arsakidischen König von Armenien und dessen Familie hatte er mit List in seine Gewalt gebracht, doch im Reich dieses Herrschers stießen die Römer auf hartnäckigen Widerstand. Ein römischer Vorstoß nach Armenien, dessen Durchführung der Kaiser seinem Vertrauten Theokritos übertragen hatte, scheiterte.[54]

Münze Artabanos‘ IV.

Die Anknüpfung an das Vorbild Alexanders des Großen und an dessen Weltherrschaftsidee bedeutete Konfrontation mit dem Partherreich, das Caracalla ins Römische Reich eingliedern wollte. Angeblich verfolgte er sein Ziel zunächst auf friedlichem Weg oder versuchte zumindest diesen Anschein zu erwecken: Er soll dem Partherkönig Artabanos IV. ein Heiratsprojekt vorgeschlagen haben. Artabanos sollte ihm seine Tochter zur Frau geben und damit den Weg zu einer künftigen Vereinigung der beiden Reiche ebnen. Dieses Projekt fällt ganz aus dem Rahmen der traditionellen römischen Außenpolitik; römische Kaiser gingen nie Heiratsverbindungen mit auswärtigen Herrscherhäusern ein. Die Historizität der von Cassius Dio und Herodian mitgeteilten, bei Herodian mit phantastischen Elementen ausgeschmückten Episode ist in der Forschung umstritten; überwiegend wird angenommen, dass die Überlieferung zumindest einen historischen Kern hat.[55] Auch dabei spielte das Vorbild Alexanders eine Rolle; der Makedone hatte Stateira, eine Tochter des Perserkönigs Dareios III. geheiratet. Erst als Artabanos den phantastisch anmutenden Vorschlag ablehnte, begann Caracalla im Frühjahr 216 den Feldzug gegen die Parther.

Begünstigt wurden die Römer durch den Umstand, dass bei den Parthern damals ein Bürgerkrieg zwischen den Brüdern Artabanos IV. und Vologaeses VI. herrschte, in welchem allerdings Caracallas Gegner Artabanos deutlich die Oberhand hatte. Die römischen Truppen rückten von Antiocheia über Edessa kampflos bis nach Arbela (heute Arbil im Nordirak) vor. Dort plünderten sie die Gräber der Könige von Adiabene (nicht der Könige des Partherreichs). Danach zog sich Caracalla nach Edessa zurück.[56] Dort verbrachte er den Winter, während Artabanos den parthischen Gegenangriff vorbereitete, der dann aber erst Caracallas Nachfolger Macrinus mit voller Wucht traf. Cassius Dio behauptet, die Disziplin des römischen Heeres sei wegen Caracallas Verwöhnung der Soldaten mangelhaft gewesen.[57]

Tod und Nachfolge

Bevor es zu Kämpfen mit den Parthern kam, fand Caracallas Herrschaft ein gewaltsames Ende. Die detaillierte Schilderung der Vorgeschichte und der Umstände seines Todes bei Cassius Dio gilt in der Forschung als glaubwürdig, sie wird im Wesentlichen in modernen Darstellungen übernommen.[58]

Denar des Macrinus

Zu den Personen nichtsenatorischer Herkunft, die Caracalla in Schlüsselstellungen gebracht hatte, gehörte der militärisch unerfahrene Prätorianerpräfekt Macrinus. Wie Cassius Dio mitteilt, befand sich Macrinus im Frühjahr 217 in einer akuten Notlage: Prophezeiungen hatten ihm die Kaiserwürde verheißen, und dies war Caracalla zu Ohren gekommen; außerdem war ein schriftlicher Bericht an den Kaiser unterwegs, und Macrinus war vor der ihm infolgedessen drohenden Lebensgefahr gewarnt worden.[59] Das war wohl eine Intrige, doch hatte der Präfekt jedenfalls Anlass, darin eine tödliche Bedrohung zu sehen. Daher organisierte er mit einigen Unzufriedenen die Ermordung Caracallas.[60] An dem Anschlag waren drei Männer beteiligt: der evocatus Julius Martialis, der den Kaiser wegen einer persönlichen Zurücksetzung hasste, und zwei Prätorianertribunen. Martialis führte das Attentat am 8. April 217 aus, als der Kaiser sich auf dem Weg von Edessa nach Carrhae befand, wo er ein berühmtes Heiligtum des Mondgottes Sin aufsuchen wollte.[61] Als Caracalla unterwegs vom Pferd stieg, um seine Notdurft zu verrichten, näherte sich ihm Martialis, scheinbar um ihm etwas zu sagen, und versetzte ihm einen Dolchstoß. Ein skythischer Leibwächter Caracallas tötete darauf den flüchtenden Attentäter mit seiner Lanze. Die beiden Prätorianertribunen eilten zum Kaiser, als wollten sie ihm helfen, und vollendeten die Mordtat.[62] Mit Caracalla starb die männliche Nachkommenschaft des Dynastiegründers Septimius Severus aus.

Erst nach tagelangem Zögern ließen sich die Soldaten überreden, Macrinus am 11. April zum Kaiser auszurufen. Caracalla wurde in Rom im Mausoleum Hadriani beigesetzt.

Aussehen und Ikonographie

Erster Thronfolgertypus

Nach Herodians Angaben war Caracalla von kleiner Statur, aber robust. Er bevorzugte germanische Kleidung und trug eine blonde, nach germanischer Art frisierte Perücke.[63] Cassius Dio erwähnt, dass der Kaiser gern einen wilden Gesichtsausdruck annahm.[64]

Eine Vorstellung von seinem Aussehen und vor allem von dem Eindruck, den er erwecken wollte, vermitteln insbesondere die zahlreichen erhaltenen Plastiken. Auch die Münzbildnisse sind aussagekräftig. Darstellungen des jungen Caracalla sind kaum von denen Getas zu unterscheiden. Zahlreiche Porträts aus der Zeit seiner Alleinherrschaft zeigen den Kaiser mit zusammengezogenen Stirnmuskeln und Augenbrauen; mit der grimmigen Miene sollte seine Willensstärke und Gewaltbereitschaft demonstriert werden. Offenbar zielte diese Selbstdarstellung auf Einschüchterung.[65] Zugleich sollten damit die soldatischen Qualitäten des Kaisers betont werden.[66]

Heinz Bernhard Wiggers hat bei der Rundplastik fünf Haupttypen unterschieden, die bei ihm meist nach den Fundorten der typbestimmenden Leitstücke benannt sind. Die spätere Forschung ist ihm hinsichtlich dieser Gruppierung gefolgt, benennt und datiert aber zum Teil anders. Die Typen sind:[67]

  • „Typus Argentarierbogen“, auch „erster Thronfolgertypus“ genannt (Zeitraum ca. 197–204): Caracalla wird teils als Kind, teils schon als Jugendlicher dargestellt. Er hat fülliges, lockiges Haar und noch keinen Bartwuchs. Der Typus ist sehr häufig. Die Stirnfrisur erinnert mitunter an Knabenbildnisse Marc Aurels, dessen fiktiver Adoptivenkel Caracalla war.

Datei:Caracalla.jpg

Erster Alleinherrschertypus
  • „Typus Gabii“, auch „zweiter Thronfolgertypus“ oder „Consulatstypus“ genannt (Zeitraum ca. 205–211): Caracalla wird als junger Mann mit unterschiedlich fortgeschrittenem Bartwuchs dargestellt. Neu sind ein dreieckförmiger Stirnwulst mit Spitze nach unten und zwei waagrechte Stirnfalten.
  • „Typus Vestalinnenhaus“: Dieser Typus war anscheinend wenig verbreitet. Der Stirnwulst ist flach, die horizontalen Stirnfalten sind lang; hinzu kommen zwei von der Nasenwurzel ausgehende Steilfalten. Wiggers datiert den Typus um 210, Klaus Fittschen setzt seine Entstehung in die Zeit der Alleinherrschaft Caracallas.[68]
  • „Erster Alleinherrschertypus“ (Fittschen) oder „Typus Alleinherrscher“ (Wiggers): Dieser wohl im Jahr 212 geschaffene Typus ist sehr häufig, er ist der charakteristische Bildnistyp der Alleinherrscherzeit und wurde in der Frühen Neuzeit oft nachgeahmt. Das Haar ist in Lockenreihen angeordnet. Der Gesichtsausdruck ist angespannt. Zu den horizontalen und vertikalen Stirnfalten kommen zwei Diagonalfalten hinzu, die den Stirnwulst seitlich abgrenzen. Gerunzelte, zusammengezogene Brauen verstärken den finsteren Eindruck, den die faltige Stirn erzeugt. Neu ist eine Quetschfalte bei der Nasenwurzel. Eine Variante mit gebogener Nase kommt nur bei Funden aus dem Osten vor; vermutlich handelt es sich dabei um einen realistischen Aspekt, den die stadtrömischen Bildhauer aus ästhetischem Grund wegließen.[69]

Zweiter Alleinherrschertypus („Typus Tivoli“)

  • „Zweiter Alleinherrschertypus“ (Fittschen) oder „Typus Tivoli“ (Wiggers): Die Gesichtszüge sind deutlich entspannter als beim ersten Alleinherrschertypus. Wiggers datierte diesen Typus um 211–214, Fittschen – dessen Auffassung sich durchsetzt – hat seine Entstehung ins Jahr 215 gesetzt.[70]

Rezeption

Zeitgenössische Urteile und Darstellung in den Hauptquellen

Caracallas Ansehen bei den Soldaten beruhte nicht nur auf seiner finanziellen Großzügigkeit, sondern auch auf seiner Nähe zu ihrer Lebensweise: Auf den Feldzügen nahm er freiwillig die gleichen Strapazen auf sich wie ein einfacher Soldat. Seine körperliche Ausdauer verschaffte ihm Respekt.[71] Noch lange nach seinem Tod hielt seine Beliebtheit im Heer an. Vielleicht schon während der kurzen Herrschaft des Macrinus setzten die Soldaten durch, dass der Senat ihn widerwillig im Rahmen des Kaiserkults zum Gott erhob. Spätestens ab dem ersten Regierungsjahr von Macrinus’ Nachfolger Elagabal wurde er als divus Magnus Antoninus verehrt.[72] Elagabal verdankte seinen Aufstieg zur Macht dem Umstand, dass er als unehelicher Sohn Caracallas ausgegeben wurde, was ihm die Sympathie der Soldaten verschaffte; in Wirklichkeit war er nur sehr entfernt mit dem ermordeten Kaiser verwandt. Auch Elagabals Nachfolger Severus Alexander trat als unehelicher Sohn Caracallas auf, um sich bei den Soldaten beliebt zu machen.

Die Nachrichten über Caracallas Ansehen in der hauptstädtischen Bevölkerung sind widersprüchlich. Im Senat war er verhasst, daher wurde sein Tod dort bejubelt. Da er sich auf die senatorischen Familien nicht verlassen konnte, stützte er sich auf Aufsteiger ritterlicher Herkunft. Deren Bevorzugung steigerte die Erbitterung der zurückgesetzten Senatoren.[73]

Die extrem caracallafeindliche Stimmung in der senatorischen Führungsschicht spiegelt sich in den Hauptquellen, den Darstellungen der zeitgenössischen Geschichtsschreiber Cassius Dio und Herodian, sowie in der weit später entstandenen und als Quelle weniger wertvollen Historia Augusta. Cassius Dio hielt Caracalla für geistesgestört.[74] Seine Römische Geschichte, die aus der Perspektive der senatorischen Opposition geschrieben ist, gilt trotz seiner sehr parteiischen Haltung als die beste Quelle und als relativ zuverlässig. Herodians Darstellung ist ungenauer und fehlerhafter.[75] Die Historia Augusta hängt teilweise von den beiden älteren Werken ab, doch muss ihr Verfasser auch Zugang zu Material aus einer weiteren, heute verlorenen zeitgenössischen Quelle gehabt haben.[76]

Außerhalb des Kreises seiner Anhänger wurde der Kaiser mit Spitznamen benannt. Wohl erst in der Zeit seiner Alleinherrschaft nannte man ihn nach seinem Kapuzenmantel Caracalla. Dabei handelte es sich um eine vom Kaiser persönlich entworfene modifizierte Luxusausführung eines keltischen Kleidungsstücks.[77] Ein weiterer Spitzname, den Cassius Dio überliefert, war Tarautas; unter diesem Namen war ein kleinwüchsiger, hässlicher und brutaler Gladiator bekannt, der offenbar ähnlich wie der Kaiser aussah, zumindest nach der Ansicht von dessen Gegnern.[78]

Antike Caracalla-Legenden

Schon zu Caracallas Lebzeiten kursierten anscheinend Gerüchte über eine sexuelle Beziehung zwischen ihm und seiner Mutter Julia Domna nach dem Tod seines Vaters. Dies war eine Verleumdung, die sich im Lauf der Zeit zu einer Legende auswuchs. Der Chronograph von 354 teilt sie wie eine Tatsache mit.[79] In Wirklichkeit war das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn nach dem Mord an Geta schlecht, obwohl Julia Domna offiziell geehrt wurde. Inzest war ein Topos der Tyrannendarstellung und wurde schon Nero unterstellt.[80]

Quellen des 4. Jahrhunderts und der Folgezeit, darunter die Historia Augusta, Aurelius Victor, Eutropius und die Epitome de Caesaribus, machen aus Julia Domna die Stiefmutter Caracallas und behaupten, er habe sie geheiratet. Diese phantastische Darstellung findet sich auch bei christlichen Autoren der patristischen Zeit (Orosius, Hieronymus) und prägte im Mittelalter das Bild Caracallas als eines hemmungslosen Unholds. Der tatsächlich verübte Brudermord an Geta hingegen geriet in Vergessenheit.[81]

Mittelalter

Eine mittelalterliche Caracalla-Legende überliefert Geoffrey von Monmouth, der im 12. Jahrhundert das Geschichtswerk De gestis Britonum verfasste, das später unter dem Titel Historia regum Britanniae bekannt wurde und eine sehr starke Nachwirkung erzielte. Nach Geoffreys Darstellung waren Geta und Caracalla, den er Bassianus nennt, nur Halbbrüder; Geta stammte von einer römischen Mutter, Caracalla von einer britischen. Caracalla wurde von den Briten, da er mütterlicherseits zu ihnen gehörte, zum König gewählt, Geta von den Römern. Es kam zur Schlacht, in der Caracalla siegte und Geta fiel. Später wurde Caracalla von Carausius besiegt und getötet.[82] In dieser Darstellung vermischte Geoffrey verschiedene Epochen, denn in Wirklichkeit war Carausius ein römischer Befehlshaber, der sich 286 zum Kaiser ausrufen ließ und ein kurzlebiges Sonderreich in Britannien und nördlichen Küstengebieten Galliens begründete.

Frühe Neuzeit

Septimius Severus klagt Caracalla des Attentatsversuchs an. Ölgemälde von Jean-Baptiste Greuze im Louvre, 1762

Um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert verfasste ein unbekannter englischer Dichter das lateinische Universitätsdrama Antoninus Bassianus Caracalla in jambischen Senaren.[83] Er thematisierte neben dem Brudermord insbesondere die angebliche Ehe Caracallas mit Julia Domna, wobei er Julia nicht als Stiefmutter, sondern als leibliche Mutter Caracallas darstellte. Er schilderte also die Verbindung als wirklichen Inzest.

Im Jahr 1762 fertigte der französische Maler Jean-Baptiste Greuze ein Ölgemälde an, das Septimius Severus und Caracalla in Britannien zeigt. Der Kaiser wirft seinem Sohn vor, er habe versucht ihn zu ermorden. Die Szene fußt auf einer von Cassius Dio mitgeteilten legendenhaften Überlieferung, der zufolge Caracalla nach einem Attentatsversuch auf seinen Vater zur Rede gestellt, aber nicht bestraft wurde.[84]

Moderne Forschung

Die Einschätzungen der modernen Historiker orientieren sich generell – trotz Kritik an Einzelheiten der Überlieferung – weitgehend am Caracallabild der antiken Geschichtsschreibung. In der älteren Forschung pflegte man in Caracalla einen typischen Repräsentanten einer Verfallszeit zu sehen. Cassius Dios nicht überprüfbare Behauptung, der Kaiser sei geisteskrank gewesen, wirkt bis in die Gegenwart nach. Das früher populäre Schlagwort Cäsarenwahnsinn wird aber in der Fachliteratur vermieden, da es unwissenschaftlich ist und zur Erhellung der historischen Realität nichts beiträgt.

Zwei führende Kunsthistoriker des 19. Jahrhunderts, Anton Springer und Jacob Burckhardt, meinten aus Caracallas Porträt einen zutiefst verbrecherischen Charakter herauslesen zu können.[85]

Für Theodor Mommsen war Caracalla „ein geringfügiger, nichtswürdiger Mensch, der sich ebenso lächerlich wie verächtlich machte“; zum Partherkrieg habe ihn seine „wahnsinnige Ruhmsucht“ veranlasst und dabei sei er „glücklicherweise“ ums Leben gekommen.[86] Ernst Kornemann schrieb, er sei „voll Größenwahnsinn“ gewesen; im Heer und im Staate habe überall „der gemeine, unwissende Haufe“ geherrscht.[87] Alfred Heuß meinte, Caracalla sei zu „sachlichen Leistungen“ unfähig gewesen, „ein roher, hemmungsloser und moralisch minderwertiger Mensch, der schon vor der Thronbesteigung stark verbrecherische Neigungen verriet“; zum Partherkrieg sei er von seiner „kindischen Phantasie“ veranlasst worden.[88] Ähnlich ist das Urteil von Karl Christ ausgefallen: Caracalla habe seine „Grausamkeit, Hinterlist und innere Labilität“ nicht verborgen, habe an einer Nervenkrankheit gelitten und „in jeder Beziehung extrem und überreizt“ reagiert. Er sei „brutal, von unheimlicher Willenskraft“ gewesen; in den überlieferten Anekdoten habe sich „wohl die historische Wahrheit verdichtet“. Mit seiner Selbstdarstellung habe er vor allem Furcht erregen wollen. Die Constitutio Antoniniana erscheine zwar aus dem Rückblick als bedeutende Maßnahme, habe aber politisch an den bereits vorhandenen Strukturen kaum etwas geändert.[89] Géza Alföldy war der Ansicht, das Urteil Cassius Dios sei „im Grunde genommen richtig“, eine „Ehrenrettung“ Caracallas entbehre jeder Grundlage.[90]

In der neueren Forschung wird allerdings auch betont, dass die zeitgenössischen erzählenden Quellen von leidenschaftlichen Gegnern des Kaisers stammen und die Haltung der oppositionellen Senatskreise spiegeln und dass bei den Schilderungen seiner Missetaten, seiner abstoßenden Charakterzüge und seiner Unbeliebtheit mit Übertreibungen zu rechnen ist. Es wird darauf hingewiesen, dass Caracalla bei großen Teilen der Reichsbevölkerung möglicherweise weniger verhasst war als bei der hauptstädtischen Oberschicht. Unstrittig ist, dass er bei den Soldaten sogar lange über seinen Tod hinaus in höchstem Ansehen stand.[91] Anthony R. Birley meint, man müsse zwar die Voreingenommenheit Cassius Dios in Rechnung stellen, doch lasse sich wenig zur Entlastung Caracallas vorbringen.[92]

Quellenausgaben und Kommentare

  • Herbert Baldwin Foster, Earnest Cary (Hrsg.): Dio’s Roman History, Band 9, Harvard University Press, Cambridge (Massachusetts) 1961 (Nachdruck der kritischen Ausgabe von 1927)
  • Peter Alois Kuhlmann (Hrsg.): Die Gießener literarischen Papyri und die Caracalla-Erlasse. Edition, Übersetzung und Kommentar (= Berichte und Arbeiten aus der Universitätsbibliothek und dem Universitätsarchiv Gießen, Bd. 46). Universitätsbibliothek Gießen, Gießen 1994, S. 215–255 (enthält: Constitutio Antoniniana; Der Amnestie-Erlass; Die Vertreibung der Ägypter aus Alexandria. Digitalisat)
  • Carlo M. Lucarini (Hrsg.): Herodianus: Regnum post Marcum. Saur, München 2005, ISBN 3-598-71282-0 (kritische Ausgabe)
  • Michael Louis Meckler (Hrsg.): Caracalla and his late-antique biographer: a historical commentary on the Vita Caracalli in the Historia Augusta. Dissertation, University of Michigan, Ann Arbor 1994 (Einleitung, kritische Ausgabe, englische Übersetzung und Kommentar)

Literatur

Allgemeines

Ikonographie

  • Klaus Fittschen, Paul Zanker: Katalog der römischen Porträts in den Capitolinischen Museen und den anderen kommunalen Sammlungen der Stadt Rom. 2., überarbeitete Auflage, Philipp von Zabern, Mainz 1994, ISBN 3-8053-0596-6, Textband S. 98–100, 102–112, Tafelband Tafeln 105–116 (Nr. 86, 88–94)
  • Heinz Bernhard Wiggers, Max Wegner: Caracalla, Geta, Plautilla. Macrinus bis Balbinus (= Max Wegner (Hrsg.): Das römische Herrscherbild, Abteilung 3 Band 1). Gebrüder Mann, Berlin 1971, ISBN 3-7861-2147-8, S. 9–92

Hilfsmittel

  • Attilio Mastino: Le titolature di Caracalla e Geta attraverso le iscrizioni (indici). Editrice Clueb, Bologna 1981 (Zusammenstellung der inschriftlichen Belege für die Titulatur)

Weblinks

Commons: Caracalla – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

  1. Es ist vermutet worden, dass versehentlich nicht Getas, sondern Caracallas Porträt gelöscht wurde; siehe Heinz Bernhard Wiggers: Caracalla, Geta, Plautilla. In: Max Wegner (Hrsg.): Das römische Herrscherbild, Abteilung 3 Band 1, Berlin 1971, S. 9–129, hier: 48. Diese Hypothese hat sich aber nicht durchgesetzt; siehe Florian Krüpe: Die Damnatio memoriae, Gutenberg 2011, S. 237.
  2. Zum Datum siehe Géza Alföldy: Nox dea fit lux! Caracallas Geburtstag. In: Giorgio Bonamente, Marc Mayer (Hrsg.): Historiae Augustae Colloquium Barcinonense, Bari 1996, S. 9–36, hier: 31–36.
  3. Cassius Dio 79 (78),9,3. Bei der Angabe mancher Bücher von Cassius Dios Werk sind unterschiedliche Zählungen gebräuchlich; eine abweichende Buchzählung ist hier und im Folgenden jeweils in Klammern angegeben.
  4. Michael Louis Meckler: Caracalla and his late-antique biographer, Ann Arbor 1994, S. 4f.
  5. Historia Augusta, Caracalla 1,3–2,1.
  6. Helga Gesche: Die Divinisierung der römischen Kaiser in ihrer Funktion als Herrschaftslegitimation. In: Chiron 8, 1978, S. 377–390, hier: 387f.; Michael Louis Meckler: Caracalla and his late-antique biographer, Ann Arbor 1994, S. 9 und Anm. 34; Anne Daguet-Gagey: Septime Sévère, Paris 2000, S. 255f.; Drora Baharal: Victory of Propaganda, Oxford 1996, S. 20–42.
  7. Florian Krüpe: Die Damnatio memoriae, Gutenberg 2011, S. 182f. und Anm. 48.
  8. Für Frühjahr 196 plädiert Matthäus Heil: Clodius Albinus und der Bürgerkrieg von 197. In: Hans-Ulrich Wiemer (Hrsg.): Staatlichkeit und politisches Handeln in der römischen Kaiserzeit, Berlin 2006, S. 55–85, hier: 75–78. Anderer Meinung ist u. a. Helmut Halfmann: Itinera principum, Stuttgart 1986, S. 220; er tritt für Mitte 195 ein.
  9. Michael Meckler: Caracalla the Intellectual. In: Enrico dal Covolo, Giancarlo Rinaldi (Hrsg.): Gli imperatori Severi, Rom 1999, S. 39–46, hier: 44f.
  10. Für eine Datierung vor Ende 197 plädiert Zeev Rubin: Dio, Herodian, and Severus’ Second Parthian War. In: Chiron 5, 1975, S. 419–441, hier: 432–435. Michael Louis Meckler: Caracalla and his late-antique biographer, Ann Arbor 1994, S. 10 tritt für die Datierung 28. Januar 198 ein.
  11. Cassius Dio 77 (76),3–6. Siehe zu diesen Vorgängen Anthony R. Birley: The African Emperor. Septimius Severus, 2., erweiterte Auflage, London 1988, S. 137, 143f., 161f.; Barbara Levick: Julia Domna, London 2007, S. 74–81.
  12. Abbildung bei Barbara Levick: Julia Domna, London 2007, S. 81. Vgl. Daría Saavedra-Guerrero: El poder, el miedo y la ficción en la relación del emperador Caracalla y su madre Julia Domna. In: Latomus 66, 2007, S. 120–131, hier: 122f.
  13. Florian Krüpe: Die Damnatio memoriae, Gutenberg 2011, S. 183 und Anm. 52.
  14. Zur Datierung siehe Anthony R. Birley: The African Emperor. Septimius Severus, 2., erweiterte Auflage, London 1988, S. 274; Michael Louis Meckler: Caracalla and his late-antique biographer, Ann Arbor 1994, S. 13 Anm. 58.
  15. Herodian 3,15,2 mit Angabe der Einzelheiten; Cassius Dio beschränkt sich auf einen allgemeinen Hinweis, siehe Cassius Dio 77 (76),15,2 (vgl. 77 (76),14,1–7).
  16. Herodian 4,3,5–9.
  17. Julia Sünskes Thompson: Aufstände und Protestaktionen im Imperium Romanum, Bonn 1990, S. 62f.; Géza Alföldy: Die Krise des Römischen Reiches, Stuttgart 1989, S. 190–192.
  18. Die Haltung der Truppen untersuchen Jenö Fitz: Das Verhalten der Armee in der Kontroverse zwischen Caracalla und Geta. In: Dorothea Haupt, Heinz Günter Horn (Hrsg.): Studien zu den Militärgrenzen Roms, Bd. 2, Bonn 1977, S. 545–552 und Markus Handy: Die Severer und das Heer, Berlin 2009, S. 105–110.
  19. Zur Datierung siehe Anthony R. Birley: The African Emperor. Septimius Severus, 2., erweiterte Auflage, London 1988, S. 189; Helmut Halfmann: Zwei syrische Verwandte des severischen Kaiserhauses. In: Chiron 12, 1982, S. 217–235, hier: 229f.; Michael Louis Meckler: Caracalla and his late-antique biographer, Ann Arbor 1994, S. 15, 109–112; Florian Krüpe: Die Damnatio memoriae, Gutenberg 2011, S. 13, 195–197; Géza Alföldy: Die Krise des Römischen Reiches, Stuttgart 1989, S. 179.
  20. Cassius Dio 78 (77),2,2–4. Vgl. Géza Alföldy: Die Krise des Römischen Reiches, Stuttgart 1989, S. 193–195.
  21. Cassius Dio 78 (77),23,3.
  22. Zur außergewöhnlichen Konsequenz bei der Durchführung siehe Florian Krüpe: Die Damnatio memoriae. Über die Vernichtung von Erinnerung. Eine Fallstudie zu Publius Septimius Geta (198–211 n. Chr.), Gutenberg 2011, S. 14–16.
  23. Siehe zu der Rede Florian Krüpe: Die Damnatio memoriae, Gutenberg 2011, S. 188f.; zur Amnestie David S. Potter: The Roman Empire at Bay, AD 180–395, London 2004, S. 136.
  24. Cassius Dio 78 (77),3,1–2; Herodian 4,4,7–5,1. Vgl. Michael Alexander Speidel: Heer und Herrschaft im Römischen Reich der hohen Kaiserzeit, Stuttgart 2009, S. 415; Robert Develin: The Army Pay Rises under Severus and Caracalla and the Question of Annona militaris. In: Latomus 30, 1971, S. 687–695, hier: S. 687 und Anm. 6.
  25. Historia Augusta, Caracalla 2,6–8 und Geta 6,1–2. Vgl. Michael Louis Meckler: Caracalla and his late-antique biographer, Ann Arbor 1994, S. 115–117; Markus Handy: Die Severer und das Heer, Berlin 2009, S. 105f. und Anm. 38; Julia Sünskes Thompson: Aufstände und Protestaktionen im Imperium Romanum, Bonn 1990, S. 32, 64; David S. Potter: The Roman Empire at Bay, AD 180–395, London 2004, S. 135f.
  26. Cassius Dio 78 (77),4,1.
  27. Cassius Dio 78 (77),4,1–2.
  28. Cassius Dio 78 (77),17,1–2; vgl. Julia Sünskes Thompson: Aufstände und Protestaktionen im Imperium Romanum, Bonn 1990, S. 65f.
  29. Karlheinz Dietz: Caracalla, Fabius Cilo und die Urbaniciani. In: Chiron 13, 1983, S. 381–404, hier: 397–403; Julia Sünskes Thompson: Aufstände und Protestaktionen im Imperium Romanum, Bonn 1990, S. 32f., 64f., 113f.; Frank Kolb: Literarische Beziehungen zwischen Cassius Dio, Herodian und der Historia Augusta, Bonn 1972, S. 94–97.
  30. Cassius Dio 78 (77),22–23. Siehe dazu Julia Sünskes Thompson: Aufstände und Protestaktionen im Imperium Romanum, Bonn 1990, S. 34f., 159–166; Drora Baharal: Caracalla and Alexander the Great: a Reappraisal. In: Carl Deroux (Hrsg.): Studies in Latin Literature and Roman History, Bd. 7, Bruxelles 1994, S. 524–567, hier: 529. Vgl. Frank Kolb: Literarische Beziehungen zwischen Cassius Dio, Herodian und der Historia Augusta, Bonn 1972, S. 97–111; Agnès Bérenger-Badel: Caracalla et le massacre des Alexandrins: entre histoire et légende noire. In: David El Kenz (Hrsg.): Le massacre, objet d’histoire, Paris 2005, S. 121–139.
  31. Herodian 4,6,4–5. Vgl. Julia Sünskes Thompson: Aufstände und Protestaktionen im Imperium Romanum, Bonn 1990, S. 33, 115.
  32. Siehe zu diesem Bau Nele Schröder: Ein severisches Großprojekt: Die Ausstattung der Caracalla-Thermen in Rom. In: Stephan Faust, Florian Leitmeir (Hrsg.): Repräsentationsformen in severischer Zeit, Berlin 2011, S. 179–192.
  33. Eine umfassende Untersuchung bietet Hartmut Wolff: Die Constitutio Antoniniana und Papyrus Gissensis 40 I, 2 Bände, Köln 1976; zur Frage der privatrechtlichen Konsequenzen der Bügerrechtsverleihung siehe Bd. 1 S. 80–109.
  34. Hartmut Wolff: Die Constitutio Antoniniana und Papyrus Gissensis 40 I, Bd. 1, Köln 1976, S. 278–281.
  35. Peter Alois Kuhlmann (Hrsg.): Die Gießener literarischen Papyri und die Caracalla-Erlasse. Edition, Übersetzung und Kommentar, Gießen 1994, S. 222f. (griechischer Text und Übersetzung), 225f. (Kommentar).
  36. Herodian 4,4,7.
  37. Cassius Dio 79 (78),36,3. Siehe zur Solderhöhung Robert Develin: The Army Pay Rises under Severus and Caracalla and the Question of Annona militaris. In: Latomus 30, 1971, S. 687–695, hier: 687–692; Michael Alexander Speidel: Heer und Herrschaft im Römischen Reich der hohen Kaiserzeit, Stuttgart 2009, S. 350, 415.
  38. Julia Sünskes Thompson: Aufstände und Protestaktionen im Imperium Romanum, Bonn 1990, S. 60f.; Michael Alexander Speidel: Heer und Herrschaft im Römischen Reich der hohen Kaiserzeit, Stuttgart 2009, S. 415, 436f.
  39. Anthony R. Birley: The African Emperor. Septimius Severus, 2., erweiterte Auflage, London 1988, S. 190f.
  40. David R. Walker: The Metrology of the Roman Silver Coinage, Teil 3, Oxford 1978, S. 62–64, 100, 130–132; Michael Louis Meckler: Caracalla and his late-antique biographer, Ann Arbor 1994, S. 27.
  41. Cassius Dio 78 (77),10,3. Siehe dazu Julia Sünskes Thompson: Aufstände und Protestaktionen im Imperium Romanum, Bonn 1990, S. 33, 114f.
  42. Cassius Dio 78 (77),15,3–7.
  43. Gerhard Weber: Zur Verehrung des Apollo Grannus in Faimingen, zu Phoebiana und Caracalla. In: Johannes Eingartner, Pia Eschbaumer, Gerhard Weber: Faimingen-Phoebiana, Band 1: Der römische Tempelbezirk in Faimingen-Phoebiana, Mainz 1993, S. 122–136, hier: S. 133 und Anm. 609.
  44. Cassius Dio 78 (77),23,2.
  45. Lawrence Richardson, Jr.: A New Topographical Dictionary of Ancient Rome, Baltimore 1992, S. 361.
  46. Zur Chronologie und zum Verlauf des Feldzugs siehe Andreas Hensen: Zu Caracallas Germanica Expeditio. Archäologisch-topographische Untersuchungen. In: Fundberichte aus Baden-Württemberg 19/1, 1994, S. 219–254.
  47. Für die Glaubwürdigkeit plädiert Bruno Bleckmann: Die Alamannen im 3. Jahrhundert: Althistorische Bemerkungen zur Ersterwähnung und zur Ethnogenese. In: Museum Helveticum 59, 2002, S. 145–171, hier: 147–153, 170. Seiner Auffassung folgen John F. Drinkwater: The Alamanni and Rome 213–496 (Caracalla to Clovis), Oxford 2007, S. 43f. und Markus Handy: Die Severer und das Heer, Berlin 2009, S. 82–87. Gegenteiliger Meinung sind u. a. Dieter Geuenich: Geschichte der Alemannen, 2., überarbeitete Auflage, Stuttgart 2005, S. 18f. und Helmut Castritius: Von politischer Vielfalt zur Einheit. Zu den Ethnogenesen der Alemannen. In: Herwig Wolfram, Walter Pohl: Typen der Ethnogenese unter besonderer Berücksichtigung der Bayern, Teil 1, Wien 1990, S. 71–84, hier: 73–75. Die Hypothese, der zufolge der Alamannenname nicht in Cassius Dios Originaltext stand, war schon 1984 von Matthias Springer und Lawrence Okamura vorgetragen worden, die unabhängig voneinander zu diesem Ergebnis kamen. Eine Zusammenstellung der Quellen mit Übersetzung bieten Camilla Dirlmeier, Gunther Gottlieb (Hrsg.): Quellen zur Geschichte der Alamannen von Cassius Dio bis Ammianus Marcellinus, Sigmaringen 1976, S. 9–12. Vgl. Michael Louis Meckler: Caracalla and his late-antique biographer, Ann Arbor 1994, S. 141f.
  48. Mit einem deutlichen römischen Erfolg rechnet daher u.a. Peter Kneißl: Die Siegestitulatur der römischen Kaiser, Göttingen 1969, S. 160f. Ähnlich urteilt Gerhard Wirth: Caracalla in Franken. Zur Verwirklichung einer politischen Ideologie. In: Jahrbuch für Fränkische Landesforschung 34/35, 1975, S. 37–74, hier: 66, 68f.
  49. Michael Louis Meckler: Caracalla and his late-antique biographer, Ann Arbor 1994, S. 146; Boris Gerov: Die Invasion der Carpen im Jahre 214. In: Acta of the Fifth International Congress of Greek and Latin Epigraphy, Cambridge 1967, Oxford 1971, S. 431–436. Vgl. aber Markus Handy: Die Severer und das Heer, Berlin 2009, S. 88.
  50. Zur Route siehe Helmut Halfmann: Itinera principum, Stuttgart 1986, S. 227–229.
  51. Zu dem gesamten Phänomen siehe Angela Kühnen: Die imitatio Alexandri in der römischen Politik, Münster 2008, S. 176–186, 192; anderer Meinung ist hinsichtlich der politischen Absicht Caracallas Drora Baharal: Caracalla and Alexander the Great: a Reappraisal. In: Carl Deroux (Hrsg.): Studies in Latin Literature and Roman History, Bd. 7, Bruxelles 1994, S. 524–567.
  52. Siehe dazu Drora Baharal: Caracalla and Alexander the Great: a Reappraisal. In: Carl Deroux (Hrsg.): Studies in Latin Literature and Roman History, Bd. 7, Bruxelles 1994, S. 524–567, hier: 529f.
  53. Cassius Dio 78 (77),7,2. Zur Authentizität des Briefs siehe Drora Baharal: Caracalla and Alexander the Great: a Reappraisal. In: Carl Deroux (Hrsg.): Studies in Latin Literature and Roman History, Bd. 7, Bruxelles 1994, S. 524–567, hier: S. 530 und Anm. 9.
  54. Zu diesen Ereignissen und ihrer Chronologie siehe André Maricq: Classica et Orientalia, Paris 1965, S. 27–32.
  55. Cassius Dio 79 (78),1,1; Herodian 4,10–11. Mit einem historischen Kern rechnen u.a. Karl Christ: Geschichte der römischen Kaiserzeit, 6. Auflage, München 2009, S. 623f., Karl-Heinz Ziegler: Die Beziehungen zwischen Rom und dem Partherreich, Wiesbaden 1964, S. 133, Gerhard Wirth: Caracalla in Franken. Zur Verwirklichung einer politischen Ideologie. In: Jahrbuch für Fränkische Landesforschung 34/35, 1975, S. 37–74, hier: 55–58 und Michael Louis Meckler: Caracalla and his late-antique biographer, Ann Arbor 1994, S. 30f. Anderer Meinung ist Dieter Timpe: Ein Heiratsplan Kaiser Caracallas. In: Hermes 95, 1967, S. 470–495. Gegen Timpes Argumentation wendet sich Joseph Vogt: Zu Pausanias und Caracalla. In: Historia 18, 1969, S. 299–308, hier: 303–308.
  56. Zum Verlauf des Feldzugs siehe Erich Kettenhofen: Caracalla. In: Encyclopædia Iranica, Bd. 4, London 1990, S. 790–792, hier: 791 (online).
  57. Cassius Dio 79 (78),3,4–5 (vgl. 79 (78),1,3–4). Vgl. Julia Sünskes Thompson: Aufstände und Protestaktionen im Imperium Romanum, Bonn 1990, S. 66.
  58. Siehe beispielsweise Karl Christ: Geschichte der römischen Kaiserzeit, 6. Auflage, München 2009, S. 625f.; Julia Sünskes Thompson: Aufstände und Protestaktionen im Imperium Romanum, Bonn 1990, S. 66f.
  59. Cassius Dio 79 (78),4,1–5,2.
  60. Zweifel an der Rolle des Macrinus als Organisator der Verschwörung sind unberechtigt; siehe dazu Frank Kolb: Literarische Beziehungen zwischen Cassius Dio, Herodian und der Historia Augusta, Bonn 1972, S. 133 Anm. 647.
  61. Siehe zu Caracallas geplantem Besuch des Heiligtums Frank Kolb: Literarische Beziehungen zwischen Cassius Dio, Herodian und der Historia Augusta, Bonn 1972, S. 123f.
  62. Cassius Dio 79 (78),5,2–5. Vgl. Herodian 4,13 und Historia Augusta, Caracalla 6,6–7,2. Siehe auch Michael Louis Meckler: Caracalla and his late-antique biographer, Ann Arbor 1994, S. 152–156.
  63. Herodian 4,7 und 4,9,3. Vgl. Cassius Dio 79 (78),9,3: Auch der mit Caracalla verglichene Gladiator Tarautas war klein.
  64. Cassius Dio 78 (77),11,1.
  65. Karl Christ: Geschichte der römischen Kaiserzeit, 6. Auflage, München 2009, S. 625; Anne-Marie Leander Touati: Portrait and historical relief. Some remarks on the meaning of Caracalla’s sole ruler portrait. In: Anne-Marie Leander Touati u.a. (Hrsg.): Munuscula Romana, Stockholm 1991, S. 117–131, hier: 129f.; Heinz Bernhard Wiggers: Caracalla, Geta, Plautilla. In: Max Wegner (Hrsg.): Das römische Herrscherbild, Abteilung 3 Band 1, Berlin 1971, S. 9–129, hier: 11.
  66. Anne-Marie Leander Touati: Portrait and historical relief. Some remarks on the meaning of Caracalla’s sole ruler portrait. In: Anne-Marie Leander Touati u.a. (Hrsg.): Munuscula Romana, Stockholm 1991, S. 117–131.
  67. Heinz Bernhard Wiggers: Caracalla, Geta, Plautilla. In: Max Wegner (Hrsg.): Das römische Herrscherbild, Abteilung 3 Band 1, Berlin 1971, S. 9–129, hier: 17–35; Klaus Fittschen, Paul Zanker: Katalog der römischen Porträts in den Capitolinischen Museen und den anderen kommunalen Sammlungen der Stadt Rom, 2. Auflage, Mainz 1994, Textband S. 98–100, 102–112; Florian Leitmeir: Brüche im Kaiserbildnis von Caracalla bis Severus Alexander. In: Stephan Faust, Florian Leitmeir (Hrsg.): Repräsentationsformen in severischer Zeit, Berlin 2011, S. 11–33, hier: 13–18.
  68. Heinz Bernhard Wiggers: Caracalla, Geta, Plautilla. In: Max Wegner (Hrsg.): Das römische Herrscherbild, Abteilung 3 Band 1, Berlin 1971, S. 9–129, hier: 25f., 52; Klaus Fittschen, Paul Zanker: Katalog der römischen Porträts in den Capitolinischen Museen und den anderen kommunalen Sammlungen der Stadt Rom, 2. Auflage, Mainz 1994, Textband S. 111.
  69. Heinz Bernhard Wiggers: Caracalla, Geta, Plautilla. In: Max Wegner (Hrsg.): Das römische Herrscherbild, Abteilung 3 Band 1, Berlin 1971, S. 9–129, hier: 33f.
  70. Heinz Bernhard Wiggers: Caracalla, Geta, Plautilla. In: Max Wegner (Hrsg.): Das römische Herrscherbild, Abteilung 3 Band 1, Berlin 1971, S. 9–129, hier: 26; Klaus Fittschen, Paul Zanker: Katalog der römischen Porträts in den Capitolinischen Museen und den anderen kommunalen Sammlungen der Stadt Rom, 2. Auflage, Mainz 1994, Textband S. 110f. Fittschens Ansicht folgt Florian Leitmeir: Brüche im Kaiserbildnis von Caracalla bis Severus Alexander. In: Stephan Faust, Florian Leitmeir (Hrsg.): Repräsentationsformen in severischer Zeit, Berlin 2011, S. 11–33, hier: 17f.
  71. Cassius Dio 78 (77),11,2–3; 78 (77),13,1–2; Herodian 4,7,4–7; 4,13,7. Vgl. Markus Handy: Die Severer und das Heer, Berlin 2009, S. 67.
  72. Zu diesem Kult und zur Datierung seiner Einführung siehe James Frank Gilliam: On Divi under the Severi. In: Jacqueline Bibauw (Hrsg.): Hommages à Marcel Renard, Bd. 2, Bruxelles 1969, S. 284–289, hier: 285f.; Helga Gesche: Die Divinisierung der römischen Kaiser in ihrer Funktion als Herrschaftslegitimation. In: Chiron 8, 1978, S. 377–390, hier: 387f.
  73. Helmut Halfmann: Zwei syrische Verwandte des severischen Kaiserhauses. In: Chiron 12, 1982, S. 217–235, hier: 232–234.
  74. Cassius Dio 78 (77),15,2–3.
  75. Zur Einschätzung der Quellen siehe Julia Sünskes Thompson: Aufstände und Protestaktionen im Imperium Romanum. Die severischen Kaiser im Spannungsfeld innenpolitischer Konflikte, Bonn 1990, S. 11 und die dort genannte Literatur.
  76. Helmut Halfmann: Zwei syrische Verwandte des severischen Kaiserhauses. In: Chiron 12, 1982, S. 217–235, hier: 231.
  77. Zum Kleidungsstück caracalla und dem davon abgeleiteten Spitznamen des Kaisers siehe Johannes Kramer: Zu Bedeutung und Herkunft von caracalla. In: Archiv für Papyrusforschung und verwandte Gebiete 48, 2002, S. 247–256.
  78. Cassius Dio 79 (78),9,3.
  79. Chronograph von 354, hrsg. von Theodor Mommsen, Monumenta Germaniae Historica, Auctores antiquissimi, Bd. 9 (= Chronica minora, Bd. 1), Berlin 1892, S. 147 ( zu Antoninus Magnus).
  80. Siehe zu der Legende Barbara Levick: Julia Domna, London 2007, S. 98f.; Gabriele Marasco: Giulia Domna, Caracalla e Geta: frammenti di tragedia alla corte dei Severi. In: L’Antiquité Classique 65, 1996, S. 119–134, hier: 119–126.
  81. Siehe zu dieser Version der Legende Gabriele Marasco: Giulia Domna, Caracalla e Geta: frammenti di tragedia alla corte dei Severi. In: L’Antiquité Classique 65, 1996, S. 119–134, hier: 126–134.
  82. Geoffrey von Monmouth, De gestis Britonum (Historia regum Britanniae) 5,74f., herausgegeben und ins Englische übersetzt von Michael D. Reeve und Neil Wright: Geoffrey of Monmouth: The History of the Kings of Britain, Woodbridge 2007, S. 90–93.
  83. Herausgegeben, ins Deutsche übersetzt und kommentiert von Uwe Baumann: Antoninus Bassianus Caracalla, Frankfurt am Main 1984.
  84. Cassius Dio 77 (76),14,3–7.
  85. Michael Meckler: Caracalla the Intellectual. In: Enrico dal Covolo, Giancarlo Rinaldi (Hrsg.): Gli imperatori Severi, Rom 1999, S. 39–46, hier: 40f.
  86. Theodor Mommsen: Römische Kaisergeschichte, München 1992, S. 396f.
  87. Ernst Kornemann: Römische Geschichte, Bd. 2, 6. Auflage, Stuttgart 1970, S. 311f.
  88. Alfred Heuß: Römische Geschichte, Braunschweig 1987, S. 358f.
  89. Karl Christ: Geschichte der römischen Kaiserzeit, 6. Auflage, München 2009, S. 622–625.
  90. Géza Alföldy: Die Krise des Römischen Reiches, Stuttgart 1989, S. 209.
  91. Anthony R. Birley: Caracalla. In: Manfred Clauss (Hrsg.): Die römischen Kaiser. 55 historische Portraits von Caesar bis Iustinian, 4. Auflage, München 2010, S. 185–191, hier: 191; Drora Baharal: Caracalla and Alexander the Great: a Reappraisal. In: Carl Deroux (Hrsg.): Studies in Latin Literature and Roman History, Bd. 7, Bruxelles 1994, S. 524–567, hier: 564.
  92. Anthony R. Birley: The African Emperor. Septimius Severus, 2., erweiterte Auflage, London 1988, S. 189.


Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?oldid=109890585; Bearbeiter: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Caracalla&action=history; Lizenz: CC BY-SA-3.0 [wiki]

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Kaiserbiographien: Commodus (180 – 192 n. Chr.) https://eindruecke.achmnt.eu/2014/06/5408/ Tue, 10 Jun 2014 11:03:31 +0000 http://www.aussichten-online.net/?p=5408 Read more…]]> prospectiva imperialia Nr. 18 [10.06.2014]

ANCIENT HISTORY ENCYCLOPEDIA

hrsg. v. Jan van der Crabben u.a.

Commodus

by Donald L. Wasson
published on 29 August 2013

[URL: http://www.ancient.eu.com/commodus/]

With the death of Roman Emperor Marcus Aurelius in March of 180 CE, the long reign of the five good emperors came to an end and with it so did the Pax Romana (the Roman Peace). Those emperors who followed for the next century would witness a time of both chaos and decline. The first of these inept emperors was Commodus, the son of Marcus Aurelius, who, according to most historians, was not only debauched and corrupt but also a megalomaniac, seeing himself as the reincarnation of the Greek god Hercules.

Lucius Aurelius Commodus was born to the philosopher/king and Faustina the Younger at Lanuvium, a city fourteen miles southeast of Rome on August 31, 161 CE. He was the tenth of fourteen children and the only son to survive – his twin brother Titus Aurelius Fulvus Antonius died at the age of four. He would be the first emperor born while his father was the emperor and the last to inherit the throne as the previous five emperors (including Marcus) had obtained the throne through adoption.

It did not take long for the future emperor to become a disappointment to his father for although he enjoyed the benefits of a quality education, Commodus inherited none of his father’s work ethic and would find government life tedious and some believed this gave evidence that he was illegitimate, owing to his mother’s supposed affairs. After serving alongside Marcus in battle on the northern frontier in 178 and 179 CE, Commodus returned to Rome in 180 CE after his father’s death  (he was only eighteen) and negotiated a peace settlement, a peace surprisingly favorable to Rome. Eventually, he would leave the reins of power in the hands of others while he devoted his time to worldly pleasures. One of the first to assume some of the emperor’s responsibility was Saoterus whose relationship with Commodus would soon incur the ire of those in both the Senate and imperial household.

Although Commodus considered his twelve-year-reign a new “golden age,” his lack of concern for political matters together with his life of leisure and extreme paranoia brought about what others might consider a reign of terror. Historian Cassius Dio, who called it the kingdom of “iron and rust,” wrote, “This man was not naturally wicked, but, on the contrary, as guileless as any man that ever lived. His great simplicity, however, together with his cowardice, missed the better life and then was led on into lustful and cruel habits, which soon became second nature.” Because he relied on others to rule in his place, those around him realized that he could be easily manipulated, allowing for a number of conspiracies against his life to develop – one was even initiated by his older sister Lucilla and a number of senators in 182 CE.

Lucilla believed she and her husband Lucius Verus had been passed over by Marcus Aurelius as potential heirs to the throne. The plot was simple enough: Claudius Pompeianus Quintianus, her nephew, was to lie in wait until the emperor entered the Colosseum and then stab him; however, the assassination was bungled when Quintianus raised his dagger and instead of quickly stabbing Commodus he shouted “This is what the senate has sent you.” Before he could complete his sentence, he was seized by the Praetorian Guard. This foiled attempt upon his life, together with the recent death of the emperor’s trusted chamberlain Saoterus, caused Commodus to take decisive action – those implicated in the plot were all executed. Contrary to some authors, Lucilla was not immediately executed; instead, she was exiled and executed much later. Commodus also took the opportunity to execute Paternus, the commander of the Praetorian Guard, who had been implicated in both Saoterus’ assassination as well as Lucilla’s plot.

During this traumatic time in Commodus’s life, Tigidius Perennis, who had served as the joint commander of the Praetorian Guard with Paternus, seized the opportunity and began to get closer to the vulnerable emperor, assuming considerable governmental power, something that allowed Commodus to pursue other interests. After his sister’s plot, the emperor refused to appear in public and all communication went through the new chamberlain. Perennis took his new role seriously and proved to be both brutal and efficient, eliminating any rivals to his authority while making numerous enemies along the way. As he amassed great wealth and Commodus pulled further away from governmental responsibilities, he began to believe himself to the true emperor, not Commodus, even going so far as to plot to do away with the emperor and prepare his own sons for succession. Herodotus, in his History of the Roman Empire, wrote, “Perennis assumed full personal charge of the empire, driven by his insatiable lust for money, his contempt for what he had, and his greedy longing for what was not yet his.” Unfortunately, he had made one enemy, the former slave and member of the imperial household, Cleander, who would bring him to ruin. In 185 CE, through a group of 1500 soldiers returning from Britain, Cleander leaked information to Commodus of Perennis’s plot to overthrow him and assume power – Perennis’s execution (and that of his sons) was immediately ordered.

Cleander stepped in as the emperor’s new chamberlain, and as with Perennis, Commodus was freed to return to his life of pleasure, and as with his predecessor, Cleander destroyed all opposition.  Everything was for sale – senatorial seats as well as governorships, and, of course, a portion of the money went to Commodus. However, like Perennis, Cleander would not remain for long. In 190 CE a grain supply shortage would bring him down. The grain commissioner, Papeirius Dionysius, cut off all grain to the populace, blaming Cleander and his greed – Cleander has supposedly bought all the grain. The people were incensed and a few days later, while gathered at the Circus Maximus, a riot erupted. The people cried for the head of Cleander and they marched through the streets to the emperor’s residence at the Villa of the Quintilli. Commodus feared for his life and when attempts to quell the mob failed, Commodus gave them what they wanted – the head of Cleander which was placed on a pole and marched through the street of Rome. Afterwards, Commodus realized that he would have to take over the reins of government himself.

A new Commodus emerged, one that saw himself as a reborn Hercules who appeared in public wearing a cloak made out of the hide of a lion over his head (a reference to the Nemean Lion of Hercules’s Twelve Labors). The Senate was even made to declare him a living god. Herodotus wrote, “First he discarded his family name and issued orders that he was to be called not Commodus, son of Marcus, but Hercules, son of Zeus. Abandoning the Roman and imperial mode of dress, he donned the lion skin, and carried the club of Hercules. … He erected statues of himself throughout the city …. for he wished even his statues to inspire fear of him.” Next, he renamed the twelve months, and after a fire in 191 CE destroyed much of the city (including the Temple of Peace and Temple of Vesta) he seized the opportunity to completely rebuild Rome. Because he considered himself the new founder, he renamed Rome Colonia Lucia Annia Commodiana; the people became known as Commodiani. To the surprise of everyone, he even took part in gladiatorial contests, fighting against the physically handicapped and an array of beasts from a raised platform which included a tiger, an elephant and even a hippo.

When he decided to fight in the arena on New Year’s Day in 193 CE to celebrate the city’s rebirth, his mistress Marcia (his wife Bruttia Crispina had been banished and executed in 191 CE) as well as his new chamberlain (Electus) and new commander of the Praetorian Guard (Quintas Aemilius Laetus) realized he had gone too far.  After they failed to talk him out of his ridiculous plans, he became incensed and threatened to add their names to a long list of people he wanted executed.  Later, as usual, Marcia brought Commodus a glass of wine prior to his bath; however, this time it was laced with poison. When the poison failed, Commodus’s fitness coach, Narcissus (a professional wrestler by trade) entered and choked him to death. Although many wanted to drag his body through the streets of Rome, Pertinax (who oddly enough would succeed Commodus) seized the body, prevented its desecration and, finally, Commodus was laid to rest in Hadrian’s Mausoleum.

Written by , published on 29 August 2013 under the following license: Creative Commons: Attribution-NonCommercial-ShareAlike. This license lets others remix, tweak, and build upon this content non-commercially, as long as they credit the author and license their new creations under the identical terms.

Bibliography

  • Dio, Cassius. Roman History.
  • Herodotus. History of the Roman Empire.
  • Hornblower, Simon ed.. The Oxford Classical Dictionary. Oxford University Press, 1996.
  • Kerrigan, Michael. A Dark History: The Roman Emperors. Metro Books, 2008.
  • Potter, David. The Emperors of Rome. Metro Books, 2007.
  • Scarre, Chris. Chronicles of the Roman Emperors. Thames and Hudson, 1995.
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Kaiserbiographien: Lucius Verus (161 – 169 n. Chr.) https://eindruecke.achmnt.eu/2014/05/5360/ Fri, 23 May 2014 13:47:32 +0000 http://www.aussichten-online.net/?p=5360 Read more…]]> prospectiva imperialia Nr. 17 [23.05.2014]

DE IMPERATORIBUS ROMANIS

An Online Encyclopedia of Roman Rulers

DIR Atlas

Lucius Verus (161 – 169 A.D.)

Phoebe B. Peacock

Library of Congress

Abb.: http://www.luc.edu/roman-emperors/lverus.jpg

Sources

Sources for the study of Lucius Verus are disappointing. There is neither a corpus of correspondence nor the chronicle of a major historian. The biography of Verus in Historia Augusta is our chief literary source, supplemented by the HA biographies of Marcus and Antoninus. The Historia Augusta collection of imperial biographies has been the subject of heated scholarly controversy since the end of the nineteenth century, and there remains no definitive statement of its exact value. Today’s consensus is that it is the work of a single author of the fourth century, and its accuracy varies from exact to imaginative folklore. Accurate, or imaginative, multiple authors, or single author, there is little doubt that it is „propaganda directed to a popular audience.“[[1]] The popular propaganda issue is clearly visible in both SH Verus and SH Marcus where the personal life style and personality traits of Lucius Verus pervade evaluations of his accomplishments as emperor. [[2]]Insight into Verus and his reign is gleaned from the letters of his teacher and friend, the historian and orator, M. Cornelius Fronto. Cassio Dio’s history of Rome provides valuable details, and the writings of fourth-century Roman historians such as Eutropius and Festus are helpful. Archaeology and art history, with the associated commentaries, as well as coins and inscriptions add to the corpus of source material on Lucius Verus and the context of his life. Legal compilations such as the Code of Justinian preserve relevant records. Also useful are some of the early church writers such as Anastasius, Orosius, and Eusebius.

Introduction

Lucius Verus was co-emperor with Marcus Aurelius, but beyond this imperial partnership there was also a significant personal connection. Through adoption by the same father, Marcus and Lucius were brothers. Marcus was also father-in-law to Lucius. Being the younger brother, younger partner, and son-in-law to Marcus Aurelius could not have been an easy position in life. Yet this is the role played by Lucius Verus. He was a well educated, active participant in military and political affairs. He had a colorful personality. He is reputed to have been one of the most handsome of emperors whose vanity allowed him to highlight his blond hair with gold dust. [[3]] Reviews of his personal character and his accomplishments are mixed. The letters of Marcus Cornelius Fronto, teacher to Marcus and Lucius, are far gentler in their portrayal of Lucius‘ personality and grand life style than are the historical accounts of the biographies included in the Historia Augusta. Whether out of true respect or devoted brotherly love, it is evident that Marcus Aurelius treated Lucius as a partner in governing the empire and commanding its military forces. Typical of his tolerance of others, Marcus Aurelius chronically ignored or defused the questionable behavior and friendships of his brother. Indeed the Meditations of the older emperor express thanksgiving for Lucius Verus as a brother. [[4]]

Early Life

Lucius Ceionius Commodus, the future Lucius Verus, was the son of Lucius Aelius Caesar, the Emperor Hadrian’s first choice as a successor. He was born December 15 A.D., 130. [[5]] His mother’s name was Avidia. He did not add Aelius or Aurelius or Aelius Aurelius to his name until after the adoption. Verus was not added until 161 when Marcus transferred the name Verus from himself to his co-emperor in order to establish a family connection after the death of Antoninus, the father they shared through adoption. [[6]] Lucius retained Commodus as part of his name throughout his life. [[7]]

On the first day of January A.D. 138, Lucius‘ father died when the boy was only seven years old. Having lost his first choice as successor, Hadrian designated Antoninus Pius (Titus Aurelius Fulvus Boionius Arrius Antoninus; Titus Aurelius Antoninus Pius) to be his successor. In February 138 Hadrian adopted the fifty-year-old Antoninus and required him in turn to adopt Lucius as well as Hadrian’s nephew by marriage, Marcus Aurelius, aged sixteen, almost seventeen.[[8]]Hadrian also stipulated that Antoninus should betroth his surviving daughter, Faustina (Annia Galeria Faustina), to the child Lucius.[[9]]

The Historia Augusta lists eleven teachers for Lucius‘ study of Latin and Greek. He was well educated. His earliest instruction came from grammatici, [[10]] and were not the same as those who provided primary instruction to Marcus. As a young boy Lucius enjoyed writing poetry, and later on, oratory.[[11]] Like his older brother, he studied Latin oratory with Marcus Cornelius Fronto, whose own writings indicate an enduring fondness for both men. Lucius studied philosophy with Apollonius of Chalcedon and Sextus of Chaeronea. In a nanny-like manner, Nicomedes, a devoted freedman of Lucius‘ biological father, watched over Lucius‘ daily care. [[12]]

Rise to Power

Hadrian died on July 10, A.D. 138. Titus Antoninus succeeded him as emperor and the name Pius was bestowed upon him. After his adoption Lucius Ceionius Commodus was given the names Aelius or Aurelius or Aelius Aurelius, used in addition to Commodus. Although reared with his brother Marcus, he was treated in an inferior manner, and his lesser status was emphasized by his place in the imperial progresses. Although Marcus rode with his emperor father, Lucius rode with the attendant praetorian prefect.[[13]] Lucius was designated quaestor in 152, to serve in 153, one year before the legal age for this office. He became consul in 154, nine years earlier than the traditional youngest age of thirty-two, and without ever having been praetor. In A.D. 161 Lucius and Marcus both held the office of consul; for Marcus it was his third appointment to this position..[[14]] When Antoninus died on March 7, A.D. 161, Marcus succeeded him as emperor (Imperator Caesar M. Aurelius Antoninus Augustus) with Lucius (Imperator Caesar Lucius Aurelius Verus Augustus). Marcus welcomed Lucius as a younger more physically able partner who was better suited to the military demands of the empire.[[15]] Never before had Rome been ruled jointly by two emperors, „duobus aequo iure imperium administrantibus,“[[16]] but their authority was not shared equally. Marcus clearly had more power than his younger brother, although officially his only additional title was „pontifex maximus,“ while Lucius was simply „pontifex..“[[17]] They came to power at a time of military crisis in the East amid the misery of floods and famine in Rome.

Family Life

When Titus Antoninus became emperor in 138, the betrothal of Lucius to Faustina was canceled, as was the betrothal of Marcus to the sister of Lucius, Ceionia Fabia. Instead, Marcus became betrothed to Faustina. It was not until 161 that marriage was once again arranged for Lucius. This time Marcus betrothed his daughter, Lucilla, to his co-emperor, [[18]] soon afterward in early 162 Lucius set out to fight the Parthian War in Syria. It is said that he became quite fond of a beautiful woman from Smyrna. Her name was Panthea and tales of this relationship prompted Marcus to hasten the wedding of Lucius to Lucilla.[[19]]. The ceremony took place midway through the war. Marcus accompanied the bride-to-be as far as Brundisium; from there she was put in the custody of her sister and Civica, an uncle to Lucius. Lucius met the bridal party in Ephesus, where the wedding took place, removed from the Eastern battle front.[[20]] Lucilla and Lucius had three children, two daughters and one son. Although the elder daughter and the son had short lives, the younger daughter lived to be involved in a plot against Commodus in 182. [[21]]

Parthian Campaign

In 162 Marcus sent Lucius eastward to lead the Parthian campaign. There he was to settle disturbances in Rome’s Eastern empire where the Euphrates River served as the boundary with the Parthian kingdom. According to reports transcribed in the Historia Augusta, Lucius partied his way along the path to war. Lucius became seriously ill by the time he reached Canusium in southern Italy. On receiving this news Marcus left Rome to join his ailing brother. Lucius, however, recovered and Marcus returned home, whence he sent good wishes of the Senate. [[22]] In its descriptions of the trip to Persia after Lucius departed Italay, the Historia Augusta includes tales of gluttony and an accompanying imperial theatrical entourage of actors and musicians; and Panthea of Smyrna, the emperor’s concubine.[[23]] Fronto, always as kind as possible in interpreting the behavior of Lucius, compares the emperor’s close relationship with actors to that of Trajan, as a politically wise, inclusive practice because of the popular appeal of theater to the Roman people. [[24]] After enjoying himself in Corinth and Athens, as well as in the smaller towns of Asia Minor, Lucius finally reached Syria. There, he established his headquarters on the coast rather than inland near the battle front. In order to be sure his Roman troops remained focused in spite of Lucius‘ activities, Marcus Aurelius appointed a seasoned general, Avidius Cassius, to command the forces in Syria.[[25]] Indeed, all the best generals of the era were appointed to this war by Marcus. [[26]]Dio tells us that Lucius was efficient in his practice of delegating authority to capable generals as well as in the procurement and distribution of necessary military supplies.[[27]] Two chroniclers of the Parthian War, Marius Maximus and Asinius Quadratus, are sources for both Capitolinus and Gallicanus, whose reports are part of the Historia Augusta. Eutropius credits Lucius with being able to simultaneously enjoy himself and accomplish much because he appointed able generals to administer the business at hand. [[28]] Fronto gives Lucius rather than Marcus credit for improving the morale of Roman troops. [[29]] The Historia Augusta author jests that the end of the Parthian War was in fact the end of the Thespian War. [[30]] Afterward, Marcus agreed to share the triumphal titles and celebrations with Verus.[[31]] This celebration was held in October of A.D. 166 [[32]] and the procession included Verus and Marcus, as well as the latter’s sons and unmarried daughters. All members of the imperial party, wearing triumphal dress, rode together and watched the games together. [[33]] But in spite of their victory in the East these were not good times for Rome. The plague had spread throughout the city and the northern frontier was threatened by war. In A.D. 168 the twin emperors Marcus and Lucius escaped the plagued city of Rome to go North to the Danubian provinces, where they mounted a military offensive against the threatening Germanic tribes.

Between the Wars

Having become accustomed to a life of self-indulgent pleasures of many kinds while in the East, Lucius found a way to continue this lifestyle once back in Rome. According to the Historia Augusta, when he returned home in triumph to celebrate the Roman victory, he took along his entourage of actors and musicians. He even kept favorites with him to help celebrate and continued to befriend them with his patronage. Lucius had a tavern built in his house where he spent his post-dinner hours with a wide spectrum of acquaintances to gamble all night, or to eat and drink until he fell asleep and had to be carried to bed. For a change from partying at home, he would dress as a common traveler to visit taverns and brothels, often partaking in drunken brawls, apparently unrecognized. [[34]] These activities were interspersed and enriched with circuses and contests between gladiators, but Lucius Verus ranked chariot racing above all other „sports.“ Volucer, his favorite horse, is buried on the Vatican Hill. [[35]]Marcus disapproved of the vast sums of money Lucius spent on himself and his ostentatious villa, located on the Clodian Way. With the intent of humoring or including Marcus, Lucius invited his brother to be a houseguest and enjoy a lavish lifestyle. For the entire fifteen-day visit Marcus worked on various affairs of state, but Lucius partied on with little regard for his brother’s serious pursuits.[[36]] After returning from the East, Lucius showed far less deference to his brother and far less interest in his own official responsibilities than he had prior to the Parthian War. As Lucius continued to neglect the obligations of state another conflict erupted, this time on the empire’s northern perimeter. As hostilities increased along the frontiers they only added to Marcus‘ burdens. At this point the leading enemies of Rome were the Marcomanni, a Germanic tribe. But because other Germanic tribes were also involved, the war became known as bellum Germanicum, and is described as such by the Historia Augusta. [[37]]

Germanic War

These tribal incursions, that came to be known as the Germanic War, lasted from 167-180, and were fought in three distinct phases. Lucius participated in the first campaign although he was not given the leadership assignment he had abused during the Parthian War. Marcus persuaded the Senate that both he and Lucius were needed at the battle front. [[38]] The older emperor had undoubtedly learned that he should neither send Lucius to war alone nor leave him at home to indulge himself further in the debauchery that had become his unsupervised lifestyle. Thus both emperors set out for the northern front in the spring of 168.

Death

As Marcus and Lucius were returning home in169, Lucius suddenly became ill, near Altinum (Altino). He was taken from his carriage and bled. Then, so ill that he could not speak, he was carried into Altinum. Three days later, at the age of 38, Lucius Verus was dead. [[39]] There were rumors that this was the result of a plot by his mother-in-law, Faustina, with whom there was some suspicion of an incestuous relationship. But there was also talk of his having been poisoned by Marcus, although such an act would have been totally out of character for the older emperor. Murderous activity on the part of Faustina has also been disproved.[[40]] Bringing his brother’s body with him, Marcus returned to Rome where he oversaw the funeral. He also provided ample support for the deceased emperor’s family and freedmen. Imperator Lucius Verus was deified under the name of Divus Verus. [[41]]

Bibliography

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Footnotes:

[[1]] Baynes, p. 57.

[[2]] Barta, p. 67-71 ; Lambrechts, p. 173-208

[[3]] HA Verus 10.7

[[4]] Meditations 1.17

[[5]] HA Verus 1.8 ; Von. Rohden, p. 1834

[[6]] HA Verus 4.1; See Grant, p. 27

[[7]] PIR2 C606

[[8]] HA Antoninus Pius 4.6 ; For discussion of exact date see Dove, p. 8 (Feb. 15) and Birley, p. 55 (Feb 25)

[[9]] HA Verus 2.3.; Marcus 6.2

[[10]] HA Verus 2. 5-7; 2.9

[[11]] HA Verus 2.7

[[12]] HA Verus 2.5-9

[[13]] HA Verus 3.4-5

[[14]] HA Verus 3.2-3; See Birley, p. 114

[[15]] Dio. 71.3

[[16]] Eutropius 8.9

[[17]] HA Verus 3.3-5; HA Verus 4.2; BMC IV, M. Aurelius and L. Verus, nos. 1 ff, 25 ff; See Birley, p. 153 ff.

[[18]] HA M. Antoninus 7.5-11

[[19]] HA Verus 7; see Birley, p. 131

[[20]] HA M. Antoninus 9; HA Verus 7

[[21]] See Birley, p. 247

[[22]] HA M. Antoninus 8; Fronto. Ad Ver. Imp. 2, 6

[[23]] HA Verus 8.11; HA M. Antoninus 8.2; Fronto Ep. Ad Ver. Imp. 2. 6; Meditations 8.37

[[24]] Fronto. Princ. Hist. 2.17-18

[[25]] HA Verus 7; Dio 72.1

[[26]] See Garzetti, p. 477

[[27]] Dio 71.2

[[28]] Eutropius 8.10; see Dove, p. 119

[[29]] Fronto. Ad Ver. Imp. 2.1

[[30]] HA Verus 8.11

[[31]] HA Verus 7.9; HA M Antoninus 12.7-8

[[32]] See Dove, p. 120 and Des Vergers, p. 39

[[33]] HA M. Antoninus 12

[[34]] HA Verus 4.6

[[35]] HA Verus 6

[[36]] HA Verus 9.8-11

[[37]] HA M. Antoninus 12.14

[[38]] HA M. Antoninus 2.14

[[39]] HA Marcus 14. 7-8; HA Verus 9.10-11

[[40]] HA Verus 10-11

[[41]] HA M. Antoninus 15


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Updated: 30 January 2001

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